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Berichte                Städtereisen in der Woche

Unser Besuch der Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen
am 23. Oktober 2018

 

Am 23. Oktober 2018 besuchten wir die Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen. Zu dieser Fahrt hatten wir uns wieder mit 36 Netzwerkern im Duisburger Hauptbahnhof eingefunden, und neben uns hatten sich an diesem Nachmittag etliche andere zum Besuch der Ausstellung entschlossen.

 

Phantastisch schöne Fotografien und Filmausschnitte machen hier die Faszination deutlich, die die Berge von jeher auf die Menschheit ausüben. Für den Besucher lassen sich legendäre Erstbesteigungen nachvollziehen, und damit verbunden wird über Triumphe, aber auch über dramatische Niederlagen berichtet. Ebenfalls wird die Ehrerbietung deutlich, mit der den Bergen begegnet wird, denn sie waren immer auch Orte religiöser Verehrung, der Zuflucht und der Besinnung. Dass die Berge selbst auch in unseren Regionen Orte religiöser Verehrung sind, konnten wir anhand von Aufnahmen von Gipfelkreuzen und von Bergmessen im alpenländischen Raum erkennen.

 

Weitere Bilder zeigten, dass in den Gebirgsmassivem einzigartige Lebensräume mit einer eigenen Tier und Pflanzenwelt entstanden sind. Weiterhin wurde uns verdeutlicht, dass die Berge nicht unendlich existieren, sondern in Millionen Jahren durch die Kollision der Erdplatten entstanden sind und durch die Kräfte der Erosion auch wieder zerstört werden.

 

Im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers konnten wir eine Nachbildung des Matterhorns bewundern. Diese Nachbildung wird im Prospekt als der Höhepunkt der Ausstellung bezeichnet, und man hatte uns damit nicht zuviel versprochen. Der legendäre Berg wird mit 3D-Projektoren im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten eindrucksvoll in Szene gesetzt, und auch die Besteigungsrouten werden erkennbar gemacht. Die Skulptur schwebt seitenverkehrt im Raum und spiegelt sich im Fußboden der obersten Gasometer-Ebene. Als Besucher hat man damit auch die seltene Gelegenheit, aus der Vogelperspektive auf einen der bekanntesten Gipfel der Alpen zu blicken.

 

Wer danach noch wollte, konnte sich mit dem Aufzug auf das Dach des Gasometers bringen lassen und von dort einen Rundblick über das Ruhrgebiet genießen. Leider war es dort oben sehr windig, und auch der leichte Nieselregen verhinderte eine weitere Sicht.

 

In den wenigen Stunden konnte man selbstverständlich keinen vollständigen Überblick über die gesamte Ausstellung gewinnen, sie bot allerdings für jeden von uns sicherlich viele interessante und neue Eindrücke.

 

Bilder: Margret Kümmerling, Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Hameln am 25. September 2018

 

Für den 25. September hatten wir eine Fahrt nach Hameln auf dem Programm stehen. Wegen der großen Zahl an Interessenten und da Hameln per Bahn nur mit einer längeren Fahrzeit zu erreichen ist, hatten wir uns dafür entschieden, einen Bus zu chartern, der schnell ausverkauft war.

 

Pünktlich um 8.00 Uhr setzte sich unser Bus in Bewegung. Nach einer etwa 3-stündigen Fahrt zunächst quer durch das Ruhrgebiet, dann vorbei an Bielefeld und der Porta Westfalica und durch das Schaumburger Land erreichten wir bei sonnigem frühherbstlichen Wetter die Rattenfängerstadt.

 

Wie es normalerweise bei unseren Fahrten üblich ist, war auch dieses Mal eine Stadtführung vorgesehen, bei der es wegen der großen Teilnehmerzahl 2 Führungsgruppen gab. Zuvor sahen wir in der Tourist-Information als Einführung einen kurzen Film über die Stadt und ihre Umgebung, der wohl als Einladung für weitere Besuche in der Region betrachtet werden konnte. Auf dem anschließenden Rundgang wurde uns auf eine recht unterhaltsame Weise die sehr schöne Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und den Prachtbauten mit ihren Fassaden aus der Weserrenaissance erläutert. In den 1950er und 1960er Jahren war die Altstadt stark vernachlässigt worden, so dass sich schließlich die Frage stellte, ob man sie mit erheblichem Aufwand wieder instand setzen oder abtragen und durch moderne Bauten ersetzen sollte. Ein großer Teil der Bürgerschaft machte sich für die Instandsetzung stark, die dann auch zum Teil mit einem hohen privaten finanziellen Engagement durchgeführt wurde. So erklärt es sich auch, dass einige augenscheinliche Bausünden toleriert wurden, die so gar nicht in das Gesamtbild passen wollen, wie beispielsweise der Eingang zu einem Geschäftslokal auf der Osterstraße.

 

Selbstverständlich ist in Hameln auch die Geschichte vom Rattenfänger allgegenwärtig. Tatsache ist wohl, dass im Jahr 1284 130 Einwohner die Stadt verließen. Dabei dürfte die Bezeichnung „Kinder der Stadt“ so zu verstehen sein, dass es sich dabei um Einwohner handelte, die sich durch die Abwanderung bessere Lebensverhältnisse versprochen haben, und nicht um minderjährige Kinder. Und bei dem „Rattenfänger“ dürfte es sich möglicherweise um den Werber im Auftrag eines auswärtigen Landesherren gehandelt haben, der neue Siedler für sein Gebiet suchte und diesen dafür entsprechende Freiheiten einräumte. Dafür spricht auch die spätere Vermutung, dass die „Kinder aus Hameln“ in Siebenbürgen angekommen wären. Die Geschichte mit der vorherigen Rattenplage, von der der Rattenfänger die Stadt befreit hatte, von seinem Lohn, den ihm die Bürger danach verweigerten und dass er deshalb die Kinder aus der Stadt entführte, dürfte wohl später im Volksmund entstanden sein, die dann von den Gebrüdern Grimm beim Sammeln ihrer Volksmärchen aufgeschrieben wurde.

Beim Gang durch die Altstadt weisen auf das Pflaster gemalte weiße Ratten den Weg, und auch die Andenkenindustrie hat sich die Sage zu eigen gemacht. So wird unter anderem ein Likör mit dem Namen „Rattenblut“ angeboten, ferner gibt es Brotratten, Ratten in verschiedenen Größen als Stofftiere und auch Figuren des Rattenfängers. Und eine Konservendose mit der irreführenden Aufschrift „Rattenfilets“ enthält Süßigkeiten, nämlich Mäuse aus Zuckerschaum.

 

Am Giebel des Hochzeitshauses neben der Marktkirche befindet sich ein Glockenspiel, zu dessen Klängen mehrmals täglich auf einer Spieluhr die Rattenfängersage zu sehen ist. Und im Jahr 2018 hat sich die Stadt Hameln mit der Rattenfängersage um die Aufnahme in das immaterielle Kulturgut der UNESCO beworben.

 

Nach einem schönen Tag machten wir uns dann wieder gegen 17.30 Uhr auf den Rückweg. Einen erneuter Besuch im Weserbergland sollte man für das nächste Jahr durchaus im Auge behalten.

 

Bilder: Margret Kümmerling, Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Reiner Winkler, Manfred Winkler

 

Unsere Fahrt nach Xanten am 22. August 2018

 

Am 22. August 2018 fanden sich am Duisburger Hauptbahnhof 26 Netzwerker zu unserer Fahrt nach Xanten ein. Nach etwa einstündiger Bahnfahrt erreichten wir bei herrlichem Sommerwetter die ehemalige Römerstadt, die sich in Anlehnung an das Nibelungenlied auch als „Dom- und Siegfried-Stadt“ bezeichnet.

 

Xanten hatte sehr unter den Auswirkungen des zweiten Weltkrieges zu leiden gehabt, und der historische Stadtkern mit dem Dom war beinahe völlig zerstört worden. Der Wiederaufbau ist jedoch sehr gut gelungen, so dass sich die Stadt heute dem Besucher insgesamt als ein lohnendes Ausflugsziel präsentiert.

 

Unser eigentliches Ziel war jedoch die Xantener Südsee und die Xantener Nordsee. Diese Seen sind durch einen Kanal verbunden sind und stellen heute ein wesentliches Freizeitzentrum dar. Auf dem Ausflugsschiff „Seestern“ hatten wir uns für eine 90-minütige Rundfahrt angemeldet. Auf dieser sehr interessanten Fahrt erlebten wir Xanten und die niederrheinische Landschaft in einer für die meisten von uns völlig neuen Perspektive. Nach der Rundfahrt blieb noch genügend Zeit, sich in der Stadt umzusehen. Neben dem bekannten Dom sind als weitere Sehenswürdigkeiten das Klever Tor sowie die Kriemhildmühle an der Stadtmauer erwähnenswert. Bei der Kriemhildmühle handelt es sich um eine der wenigen Windmühlen, die heute noch täglich betrieben werden. Seit 1992 wird in der Mühle auch wieder Brot gebacken, das direkt dort verkauft sowie auf den umliegenden Wochenmärkten vertrieben wird. Auch wir konnten uns in größerer Runde in dem der Mühle gegenüber liegenden Lokal davon überzeugen, dass dieses Brot ausgezeichnet schmeckt.

 

Als wir dann wieder gegen 19.00 Uhr in Duisburg zurück waren, konnten wir auch dieses Mal wieder übereinstimmend von einem schönen Ausflug sprechen.

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Koblenz am 24.Juli 2018

 

Für den Monat Juli hatten wir eine Fahrt nach Koblenz beschlossen. Trotz der Sommerferien fanden alle Teilnehmer in dem gut besetzten Regionalexpress Platz, so dass wir alle bequem unser Ziel erreichten.

 

Mit leichter Verspätung erreichten wir den Haltepunkt Koblenz-Mitte. Von dort aus machten wir uns auf den Weg durch die Innenstadt zum berühmten Deutschen Eck, dem Zusammenfluss von Mosel und Rhein mit dem markanten Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Unser nächstes Ziel war die Festung Ehrenbreitstein auf der anderen Rheinseite. Dazu bestiegen wir die Seilbahn, die vom Deutschen Eck hinüber zur Festung führt. Trotz der vielen Besucher gab es keine langen Wartezeiten, und aus der Panoramakabine hatte man eine spektakuläre Aussicht auf die Stadt und das Rheintal.

 

Die Festung Ehrenbreitstein ist wohl die zweitgrößte erhaltene Festung in Europa. Sie beherbergt heute neben dem Landesmuseum Koblenz und dem Ehrenmal des Heeres auch eine Jugendherberge. Bei unserm Rundgang entdeckten wir auch einige Räume, die wohl zur Ausstellung des Landesmuseums gehörten und deren Einrichtung etliche von uns an ihre Jugendzeit erinnerte, ebenso einen Garten, der uns an die Hausgärten unserer Großeltern erinnerte. Der Rundgang endete an einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Ausblick über die Stadt hatte. Ein anschließender Rundgang durch die Koblenzer Innenstadt, den jeder nach seinem Geschmack gestalten konnte, rundete unseren Besuch ab.

 

Wegen der hohen Temperaturen in diesen Tagen waren im Vorfeld vereinzelt Überlegungen aufgekommen, den Besuch in Koblenz abzusagen. Im Nachhinein hat sich die Entscheidung, diese Fahrt doch durchzuführen, als richtig herausgestellt. Obwohl es einige wenige Absagen gegeben hatte, waren wir dennoch mit 29 Teilnehmern unterwegs, denen es nach einhelliger Meinung wieder gut gefallen hat.

 

Bericht Manfred Winkler

Bilder: Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Ahrweiler am 19. Juni 2018

 

Im Juni besuchten wir mit 28 Teilnehmern das Ahrtal. Zu Beginn des Netzwerks vor 3 Jahren waren wir zwar bereits einmal mit einer wesentlich kleineren Gruppe dort, aber das Ahrtal ist immer wieder einen Besuch wert. Mit der Bahn ging es über Remagen in das malerische Städtchen Ahrweiler. Auch wenn der Himmel zeitweise wolkenverhangen war, blieb es bis auf vereinzelte Tropfen dennoch trocken und warm.

 

Wegen der zahlreichen Möglichkeiten, die das Ahrtal bietet, hatten wir dieses Mal von einem festen Programm wie z. B. einer Stadtführung abgesehen. Vom Haltepunkt Ahrweiler Markt, wo wir den Zug verließen, waren es nur wenige Schritte bis in das Zentrum des Städtchens. Nach dem Mittagessen, bei dem auch der hier wachsende Wein probiert wurde, nahmen etliche von uns die Gelegenheit zu einer Rundfahrt mit dem „Ahrtal-Express“ wahr, mit dem es von Ahrweiler in das benachbarte Bad Neuenahr und wieder zurück ging.

Einige andere machten sich über den Rotwein-Wanderweg, der entlang des Ahrtals über die Weinberge führt, auf in das 10 km entfernte Dernau. Unterwegs wurde eine Rast in Marienthal, einer Klosterruine mit einem hervorragenden Lokal, gemacht. Zur Rückfahrt nach Duisburg bestiegen die Wanderer dann den Zug in Dernau, und in Ahrweiler nahmen wir die anderen Teilnehmer auf, die dort geblieben waren. Auch sie hatten einen angenehmen Nachmittag verbracht, und alle waren sich darin einig, dass auch dieser Ausflug wieder gelungen war.

 

Bericht Manfred Winkler

Bilder: Margret Kümmerling, Roswitha Nieschulze

Unsere Fahrt nach Heimbach in der Eifel am 15. Mai 2018

 

Für den 15. Mai hatten wir einen Besuch des Eifelstädtchens Heimbach mit einer Schifffahrt auf dem Rurstausee auf dem Programm. Allerdings mussten wir unsere Planung für die Anreise kurzfristig umdisponieren. Grund dafür war ein Kanaleinbruch am Wochenende zuvor, der die Strecke der Rurtalbahn, die uns von Düren weiter nach Heimbach bringen sollte, an dieser Stelle unpassierbar gemacht hatte. Durch den Schienenersatzverkehr auf diesem Teilstück dauerte die Anfahrt eine Stunde länger.

Dennoch konnten wir wie vorgesehen in die „Rursee-Bahn“ einsteigen, eine kleine Touristen-Bahn, um damit vom Bahnhof Heimbach aus weiter zum Schiffsanleger zu fahren. Die Fahrt führte zunächst durch die Stadt, die inmitten des Nationalparks Eifel liegt, vorbei am Staubecken Heimbach und dem Jugendstil-Wasserwerk bis zum Schiffsanleger Schwammenauel, wo wir das Schiff für eine beinahe 2-stündige Rundfahrt auf dem Rursee bestiegen. Das warme, sonnige Wetter ermöglichte es uns, die Fahrt auf dem Oberdeck zu genießen. Danach brachte uns die Rursee-Bahn wieder zurück nach Heimbach, wo anschließend noch genügend Zeit blieb, sich dort umzusehen.

Auch für die Rückfahrt hatten wir umdisponieren müssen. Die Rurtalbahn ab Heimbach und den anschließenden Schienenersatzverkehr konnten wir nicht nutzen, da wir ansonsten in Düren den Anschluss nach Duisburg nicht erreicht hätten. Stattdessen hatten wir eine passende Busverbindung über verschiedene Eifeldörfer nach Düren gefunden, was wiederum den Vorteil hatte, dass sich unser Aufenthalt in Heimbach etwas verlängerte. Bei dieser Fahrt konnte man dann den Eindruck gewinnen, dass uns der Busfahrer ein gewisses „Nürburgring-Feeling“ vermitteln wollte. Durch diese eigentlich unvorhergesehene Eifel-Rundfahrt lernten wir Dörfer kennen, von denen die meisten von uns vorher nie etwas gehört hatten. Denn wer kannte beispielsweise schon Fettweiß-Froitzheim, wo wir in den Anschlussbus zum Bahnhof Düren umsteigen mussten?

 

Bilder: Roswitha Nieschulze, Reiner Winkler

Besuch des Parkleuchtens im Grugapark Essen am 6. März 2018

 

Das Wetter meinte es gut mit uns. Während eine Woche vorher noch Minusgrade herrschten, war es am 6. März 2018 ein lauer, fast vorfrühlingshafter Nachmittag, als wir in die S-Bahn nach Essen stiegen, um das diesjährige Parkleuchten im Grugapark zu besuchen.

 

Auch in diesem Jahr hatten sich die Lichtkünstler viel Neues einfallen lassen. So waren unter anderem Bäume, die in verschiedenen Farben leuchteten, zu bewundern. An anderer Stelle überraschten leuchtende, extragroße Schnecken oder verschiedenfarbige Buntstifte. Der alte Baumbestand und das in diesem Jahr erweiterte Wegenetz boten eine abwechslungsreiche Kulisse für die Illuminationen sowie für unterschiedliche Licht- und Schattenspiele. Wie anfangs bereits erwähnt, meinte es das Wetter an diesem Tag sehr gut, so dass sich an diesem Abend sehr viele Besucher im Grugapark eingefunden hatten.

 

Leider hatte die derzeit herrschende Grippewelle auch vor unserer Gruppe nicht Halt gemacht, so dass wir im Vorfeld etliche Absagen erhalten hatten und dieses Mal lediglich mit 11 Teilnehmern unterwegs waren. Aber alle, die sich auf den Weg gemacht hatten, waren auch von dem diesjährigen Parkleuchten wieder sehr angetan.

 

Bilder:  Roswitha Dolata, Manfred Winkler

 

Fahrt mit dem Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn am 24. April 2018

 

Für unsere seit längerem geplante Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn war es uns gelungen, den historischen Kaiserwagen für eine Rundfahrt anzumieten. Und so machten wir uns  an dem leicht verregneten Vormittag des 24. April 2018 mit 40 Netzwerkern auf den Weg nach Wuppertal-Vorhwinkel,

 

Kurz nach 13 Uhr konnten wir dann in Vohwinkel in den Kaiserwagen einsteigen. Der Kaiserwagen oder Wagen 5 ist als einziges historisches Fahrzeug der Schwebebahn betriebsfähig erhalten geblieben. Zum 75-jährigen Jubiläum der Schwebebahn wurden er und ein Beiwagen nach sorgfältiger Restaurierung wieder zu Sonderfahrten eingesetzt, und er kann seitdem für besondere Anlässe sowie für Rundfahrten angemietet werden. Das Fahr- und Begleitpersonal tragen dazu die passenden historisch anmutenden Uniformen.

 

Die Schwebebahn geht auf eine Erfindung des Kölner Zuckerfabrikanten und Tüftlers Eugen Langen zurück, in dessen Betrieb bereits eine Hängebahn Güter transportierte. Dabei war ihm im ausgehenden 19. Jahrhundert die Idee gekommen, dass man mit einer solchen Bahn auch Personen befördern und damit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen in den großen Städten begegnen könnte. Langen lud die Stadtväter der damaligen großen Städte in Preußen ein, darunter auch Berlin, Breslau und Köln, um seine Idee vorzustellen. Aber lediglich die Nachbarstädte Elberfeld und Barmen interessierten sich letztendlich dafür. Um die Verkehrsprobleme in dem engen Tal der Wupper lösen zu können, hatte man bereits den Bau einer Untergrundbahn in Erwägung gezogen, was allerdings durch die Bodenbeschaffenheit nicht zu realisieren war. Im Sommer 1898 wurde dann mit dem Bau der „einschienigen Schwebebahn System Langen“ begonnen, und im Jahr 1901 erfolgte die Inbetriebnahme.

 

Die Schwebebahn mit ihren 13,3 km Streckenlänge zwischen Vohwinkel und Oberbarmen ist auch heute noch für die Bewältigung des Verkehrs in Wuppertal unentbehrlich. So berichtete unsere Stadtführerin, dass es vor wenigen Jahren ein erhebliches Verkehrschaos gab, als durch einen LKW-Unfall ein Pfeiler der Schwebebahn beschädigt wurde und während der Reparaturarbeiten ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden musste.

 

Zunächst ging es über die Kaiserstraße in Vohwinkel, vorbei am Wuppertaler „Stadion am Zoo“, danach über die Wupper durch das Betriebsgelände der Firma Bayer weiter nach Elberfeld. Dabei machte uns die Stadtführerin mit einem wohl allgegenwärtigen Wuppertaler Ausspruch bekannt: „Besser über die Wupper gehen als über den Jordan.“ In Barmen wurden wir auf das Geburtshaus von Friedrich Engels aufmerksam gemacht, das heute Teil von Deutschlands erstem Museum für Frühindustrialisierung ist.

Natürlich durfte auch der Hinweis auf die Stelle nicht fehlen, an der es im Jahre 1950 den bekannten Unfall mit dem Elefanten „Tuffi“ gegeben hatte. Der Zirkus Althoff hatte seinen Elefanten zu Werbezwecken  zwischen den Haltestellen Rathausbrücke und Adlerbrücke mit der Schwebebahn fahren lassen. Durch die ungewohnten Geräusche und Schwingungen war das Tier nervös geworden, durchbrach eine Seitenwand des Zuges und landete kaum verletzt in der Wupper. Dagegen gab es durch die anschließend ausgebrochene Panik unter den mitfahrenden Reportern etliche Verletzte. Der Inhaber einer naheliegenden Apotheke leistete erste Hilfe und benannte seine Apotheke danach werbeträchtig „Elefanten-Apotheke“. Heute schmückt das Bild eines kleinen Elefanten eine Hauswand an der Unfallstelle. Die in Wuppertal erhältlichen Postkarten und Fotos des Unfalls, auf denen zu sehen ist, wie der Elefant in die Wupper stürzt, sind allerdings Fotomontagen, da sich sämtliche Reporter in dem Wagen befanden und niemand am Ufer der Wupper stand, der diesen Zwischenfall hätte fotografieren können.

 

In Oberbarmen wendete der Zug und fuhr wieder zurück nach Vohwinkel. Während der Rückfahrt erzählte dann die Stadtführerin von einigen Wuppertaler Eigenheiten und Befindlichkeiten. Die Stadt Wuppertal entstand 1929 im Zuge einer Gebietsreform aus den bis dahin selbständigen Städten Elberfeld, Barmen, Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel. Und bis jetzt gibt es wohl noch immer eine gewisse Rivalität zwischen Barmen und Elberfeld, ähnlich wie zwischen Düsseldorf und Köln oder zwischen Mainz und Wiesbaden. So dürfte es dem einen oder anderen Elberfelder Lokalpatrioten sicher nicht gefallen, dass der Wuppertaler Oberbürgermeister seinen Sitz in Barmen hat, während das markante und repräsentative Elberfelder Rathaus heute lediglich ein Bezirksamt beherbergt. Aber, wie unsere Stadtführerin augenzwinkernd hinzufügte, soll es heute bereits „Mischehen“ zwischen Elberfeldern und Barmern geben.

 

Nach unserer Rückkehr in Vohwinkel stiegen wir dann in einen modernen Gelenkzug der Schwebebahn, der uns im Linienverkehr nach Elberfeld brachte. Dort hatten wir die Gelegenheit, uns in der Stadt umzusehen, bevor es wieder zurück nach Duisburg ging.

 

Bilder: Margret Kümmerling, Roswitha Nieschulze, Reiner Winkler

 

Unsere Fahrt zur Dr. Oetker Welt in Bielefeld am 20. Februar 2018

 

Am 20. Februar 2018 unternahmen wir eine seit längerem vorbereitete Fahrt zur Dr. Oetker Welt in Bielefeld. Wegen der großen Teilnehmerzahl hatten wir uns dazu entschlossen, nicht mit der Bahn zu fahren. Stattdessen hatten wir wieder einen Bus gechartert, der sich pünktlich um 8.30 Uhr in Buchholz in Bewegung setzte.

 

Nach einer angenehmen, etwa zweieinhalbstündigen Fahrt erreichten wir Bielefeld. Da unsere Führung in der Dr. Oetker Welt erst mittags stattfinden sollte, ergab sich so die Möglichkeit, sich bei strahlendem Sonnenschein und sehr niedrigen Temperaturen ein wenig in der Fußgängerzone der Bielefelder Innenstadt umzusehen und das Mittagessen einzunehmen. Danach bestiegen wir wieder unseren Bus und erreichten nach kurzer Fahrt die Dr. Oetker Welt, wo um 13.30 Uhr der Rundgang begann. Zunächst wurden uns einige der Schätze aus dem Firmenarchiv gezeigt. Dort war unter anderem ein sogenannter Kolonialwarenladen im Stile der frühen 50er Jahre aufgebaut, der bei etlichen von uns Erinnerungen an diese Zeit weckte, ebenso wie die dort gezeigten Kraftfahrzeuge. Unter anderem stand dort ein VW-Käfer in einer Farbe, die einem Vanillepudding ähnelte. Wie unsere Führerin erklärte, waren in früheren Jahren die Vertreter des Unternehmens mit diesen auffälligen Fahrzeugen auf Kundenbesuch unterwegs. Auf dem weiteren Weg konnten wir hinter einer Glasscheibe einen Blick in die Dr. Oetker Versuchsküche werfen. Dieser Bereich kann jedoch von Besuchern nicht betreten werden. Es werden dort aber Seminare angeboten, für die allerdings eine besondere Anmeldung erforderlich ist.

Da nach den Worten unserer Führerin „so viel Besichtigung hungrig macht“, konnte dann die „frisch gerührte Leckerei aus dem Puddingwunder“ gekostet werden. Bei dem so genannten Puddingwunder handelt  es sich um einen Automaten in Form eines Puddings, bei dem die Besucher selbst tätig werden müssen, um an den Inhalt zu gelangen. Wer eine Tasse mit einem Löffel erhalten hatte, stellte diese Tasse unter eine Art Zapfhahn. Nachdem der Löffel in eine Vorrichtung eingerastet war, wurden die Zutaten in die Tasse gefüllt und mit dem Löffel verrührt. Nach etwa 30 Sekunden, deren Ablauf man auf einem Display verfolgen konnte, hatte man dann seinen fertigen Pudding. Wer das allerdings nicht wollte, konnte auch stattdessen verschiedene Müsli-Sorten kosten.

Anschließend gab es ein wenig Firmengeschichte. Dabei erfuhren wir, dass das Backpulver eigentlich schon im 19. Jahrhundert bekannt war, dass jedoch die Erwartungen nicht immer erfüllt wurden. Dem Bielefelder Apotheker Dr. August Oetker war es dann gelungen, ein Backpulver herzustellen, mit dem endlich durchweg zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden konnten. Dazu hatte er den genialen Einfall, eine Backmischung auf den Markt zu bringen, die genau die Zutaten für einen einpfündigen Kuchen enthielten. Als das Unternehmen expandierte, entstand auch das heute noch aktuelle Firmenlogo, der so genannte „Hellkopf“. Dabei handelt es sich um das Profil der Tochter eines mit dem Firmengründer befreundeten Bielefelder Grafikers.

An anderen Stellen vermittelten verschiedene Filmbeiträge Einblicke in die im Unternehmen übliche Qualitätskontrolle bei der Lebensmittelherstellung. Ein wenig Nostalgie weckten auch bei vielen von uns verschiedene Werbefilme des Unternehmens aus den 50er und 60er Jahren. An historischen Verpackungsmaschinen vorbei ging es weiter in einen Raum, in dem an mehreren Tischen werbewirksam dargestellt wurde, dass die Produkte des Hauses bei jeder der täglichen Mahlzeiten, aber auch zu besonderen Anlässen, eigentlich nicht fehlen sollten.

 

Die anschließende ausgiebige Verkostung verschiedener Produkte des Unternehmens wie Kuchen, Pizza oder auch Götterspeise beendete den Rundgang. Dazu wurde als besondere Überraschung unter zwei Teilnehmern unserer Gruppe eine einjährige Mitgliedschaft im Dr. Oetker Back-Club ausgelost.

Danach und nachdem sich etliche von uns noch im angeschlossenen Shop der Dr. Oetker Welt umgesehen hatten, bestiegen wir  nach einem Tag voll interessanter neuer Eindrücke wieder unseren Bus für die Rückfahrt.

 

Bilder. Irmgard Monderkamp, Manfred Hopf, Manfred Winkler

 

Unsere Fahrt zum Weihnachtsmarkt in Hattingen am 18. Dezember 2017

 

Auch wenn die Adventszeit in diesem Jahr sehr kurz war, wollten wir dennoch das Jahr mit einer gemeinsamen Fahrt abschließen. Und so trafen sich nachmittags am 18. Dezember nochmals 29 Netzwerker zu einem Besuch des Weihnachtsmarktes in Hattingen.

 

Von der Endhaltestelle der S-Bahn gelangten wir in wenigen Minuten in die festlich geschmückte Altstadt. Auffällig war dort zunächst die Fassade des historischen ehemaligen Rathauses mit dem Adventskalender, an dem Frau Holle täglich nach einigen weihnachtlichen Geschichten, Liedern und Gedichten ein Türchen öffnet, so auch an diesem Tag die 18. Tür. Dahinter auf dem Platz vor der St- Georgs-Kirche wurde an den Ständen verschiedenes Kunsthandwerk wie Weihnachtsschmuck aus Thüringen angeboten. An einem Stand wurden Weihnachtsplätzchen gebacken, wobei die Kinder helfen durften. Weiterhin wurden die Krippen aus verschiedenen Kirchen ausgestellt. Natürlich fehlten auch die Buden nicht, an denen Glühwein und Eierpunsch angeboten wurde oder an denen es verlockend duftete und der Hunger gestillt werden konnte.

Durch einige kleine, festlich beleuchtete Gassen gelangte man zu dem Französischen Weihnachtsmarkt mit seinen Spezialitäten wie Nougat oder auch Feuerzangenbowle.

Die Bilder von Roswitha Nieschulze und Reiner Winkler, die diesem Bericht beigefügt sind, können am besten einen Eindruck von unserem Besuch dieses Weihnachtsmarktes vermitteln, der unserer Ansicht nach zu Recht als einer der schönsten in Nordrhein-Westfalen bezeichnet wird.

 

Allen Netzwerkern ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein gutes und gesundes neues Jahr.

 

 

Fotos: Roswitha Nieschulze, Reiner Winkler

 

Fahrt zum Westdeutschen Rundfunk in Köln am 21. November 2017

 

Am 21. November trafen wir uns das zweite Mal in diesem Jahr zu einer Fahrt nach Köln. Wir, das waren 31 Netzwerker, von denen 24 die Einladung zu einer Führung durch den Westdeutschen Rundfunk wahrnehmen wollten. Weitere 7 hatten sich uns angeschlossen, um dann auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Wegen gleich mehrerer Störungen bei der Bahn verzögerte sich unsere Ankunft. Aber auch wenn wir etwa anderthalb Stunden später als eigentlich vorgesehen in Köln eintrafen, tat das der guten Stimmung keinen Abbruch. Bis zum Beginn der Führung im WDR blieb immer noch genügend Zeit zum Mittagessen in einem der Brauhäuser in der bereits vorweihnachtlich dekorierten Innenstadt.

Im März dieses Jahres hatten wir schon einmal den Westdeutschen Rundfunk besucht. Die meisten der jetzigen Teilnehmer an der Führung konnten für den ersten Besuchstermin nicht berücksichtigt werden, da die Teilnehmerzahl der Besuchergruppen begrenzt ist. Und weil es im Frühjahr wesentlich mehr Interessen gab als Plätze vorhanden waren, hatten wir noch einmal den jetzigen Besuchstermin vereinbart, um vorrangig allen jenen die Gelegenheit zu einem Besuch anzubieten, die damals nicht berücksichtigt werden konnten.

Im Besucherzentrum des Westdeutschen Rundfunks sahen wir zuerst einen kurzen Einführungsfilm über den WDR. Darin wurde der WDR als eine Rundfunk- und Fernsehanstalt vorgestellt, die die Menschen überall in Nordrhein-Westfalen erreicht und über die neuesten Ereignisse in NRW und der Welt informiert, zusätzlich aber auch anderweitige Programme anbietet. Danach begann die Führung, und wir konnten zuerst im Studio der Sendung „Hart aber Fair“ Platz nehmen. Hier erhielten wir einige sehr interessante Hintergrundinformationen. So werden z. B. im Vorfeld unter den Bewerbern, die als Zuschauer an der Sendung teilnehmen wollen, die zum Thema passenden Altersgruppen herausgesucht. Weiterhin wurde uns anhand der Vielzahl der Leuchten an der Studiodecke erläutert, dass damit jeweils der Moderator oder der entsprechende Studiogast optimal ausgeleuchtet wird, was also den Beleuchtern eine hohe Aufmerksamkeit abverlangt. Wenn man diese und andere Sendungen vom heimischen Bildschirm her kennt, ist man doch sehr überrascht, dass die Studios verhältnismäßig klein erscheinen. Wie uns jedoch erklärt wurde, wird dem Zuschauer zu Hause durch die Weitwinkeloptik der Kameras der Eindruck eines größeren Raumes vermittelt. Danach ging es in das so genannte „Grüne Studio“. In diesem Studio gibt es neben dem Moderatorentisch keine weitere Ausstattung. Die grünen Wände dienen dazu, um bei Bedarf hinter oder neben dem Moderator zusätzliche Bild- oder Filmbeiträge einblenden zu können, wie z. B. bei Sendungen wie „Quarks und Co.“ oder kurzfristig angesetzten Sondersendungen. Dabei wird die grüne Farbe von den Kameras nicht aufgenommen. So wurde uns auch erklärt, wieso beispielsweise der Moderator durch diesen technischen Trick auf einmal seinen Kopf unter dem Arm tragen kann. Hierbei erhält der Moderator einen grünen Umhang, wobei lediglich sein Kopf sichtbar bleibt. Der Kopf einer zweiten Person, die genauso wie der Moderator gekleidet ist, wird jedoch mit einer grünen Kapuze abgedeckt. Diese Person nimmt dann den Kopf des Moderators unter ihren Arm, und da die Kameras die grüne Farbe nicht erkennen, lässt sich damit eine perfekte optische Täuschung durchführen.

 Im Hörfunkbereich wurde uns ein Raum für die Produktion von Hörspielen mit seinen Requisiten vorgestellt. So kann dem Zuhörer unter anderem das Schlagen einer Tür, Stühle rücken oder unterschiedliches Treppensteigen vermittelt werden. Eigentlich sind Hörspiele eher aus der Zeit bekannt, in der das Fernsehen noch nicht so stark verbreitet war und mehr Radio gehört wurde. Allerdings, wie unsere Führerin erklärte, finden Hörspiele auch heute noch ihr Publikum und werden beinahe jeden Abend in den verschiedenen Hörfunkprogrammen gesendet. Der nächste Raum, der sich daran anschloss, wird ebenfalls für die Hörspielproduktion verwendet. Hier lassen sich mit verschiedenen Bodenbelägen unterschiedliche Außengeräusche herstellen wie Schritte auf Kieswegen oder auf Sand. Mit den Wandverkleidungen dieses Raumes kann man unter anderem den Eindruck einer sich im Freien entfernenden Stimme oder andere entfernte Geräusche täuschend echt vermitteln. Unsere Führerin erklärte aber auch, dass man sich hier nur kurzfristig aufhalten sollte, da das menschliche Auge wohl den Raum erkennt, dass akustisch jedoch die freie Natur vermittelt wird und damit die Wahrnehmungsfähigkeit bei längerem Aufenthalt gestört werden kann.
Mit der Vorführung dieser Produktionsräume war die zweistündige kurzweilige Führung auch schon beendet.

Danach blieb noch die Zeit für den beinahe schon obligatorischen Besuch des Kölner Doms, für einen kurzen Einkauf oder eine Tasse Kaffee. Als wir uns zur Rückfahrt trafen, zeigte es sich, dass auch diejenigen, die nicht den WDR besuchten, bei einer Shopping Tour oder einem Besuch eines der zahlreichen Museen einen interessanten und kurzweiligen Tag in Köln gehabt hatten.


Fotos: Reiner Winkler, Klaus Assmann

 

Unsere Fahrt nach Bocholt am 24. Oktober 2017

 

Obwohl es kurzfristig einige krankheitsbedingte Absagen gegeben hatte, fanden sich dennoch 21 Netzwerker/innen am Duisburger Hauptbahnhof zu unserer Fahrt in die westmünsterländische Stadt Bocholt ein.

 

Da es noch keine durchgehende Verbindung nach Bocholt gibt, mussten wir in Wesel umsteigen. Das Warten auf den Anschlusszug verkürzten sich die einen oder anderen damit, die Fußgängerampeln gegenüber dem Bahnhof in Augenschein zu nehmen. Wenige Tage vorher hatte es nämlich in der Lokalzeit des WDR-Fernsehens einen Bericht darüber gegeben, dass die Stadt Wesel beabsichtigt, etliche der roten und grünen Ampelmännchen durch das werbeträchtige Symbol des „Esel von Wesel“ zu ersetzen und dass dieses auch bereits vereinzelt erfolgt sei. Aber leider gab es an den Ampeln vor dem Bahnhof nur die allgemein bekannten roten und grünen Männchen. Vielleicht ergibt sich jedoch einmal zu einem anderen Zeitpunkt die Gelegenheit einer gesonderten Fahrt zum „Esel von Wesel“.

 

Nach dem Mittagessen fanden wir uns dann in Bocholt zu unserer Führung durch die Spinnerei des Textilmuseums ein. Das Textilmuseum nennt sich offiziell „TextilWerk Bocholt“ und stellt mit den Worten des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur mit seinen zwei Standorten links und rechts des Flusses Aa ein einmaliges historisches Ensemble der Textilproduktion dar. Die ehemalige Spinnerei Herding, in der wir uns befanden,  wurde im Jahr 1907 mit einer repräsentativen Schaufassade errichtet. Mit fast 600 Webstühlen und 23.600 Spindeln gehörte die „Spinnweb“ Herding lange Zeit zu den größten Textilbetrieben in Bocholt.

Im Jahr 2004 kaufte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Kreises Borken, der Stadt Bocholt und der dort ansässigen Stadtsparkasse den viergeschossigen Backsteinbau der Spinnerei Herding als zweiten Teil seines Textilmuseums hinzu. Im Jahr 2009 begann der Umbau. Seit der Eröffnung der Spinnerei im September 2011 firmiert das Textilmuseum mit seinen beiden Standorten als „TextilWerk Bocholt“. Im Oktober 2016 eröffnete der neue Ausstellungsbereich „Die Macher und die Spinnerei“. Auf zwei Ebenen werden hier die Geschichte und das Wirken der Textilunternehmer in Westfalen präsentiert.

Im Erdgeschoss sahen wir zunächst den so genannten „Parcours de la Mode“. Dabei handelt es sich um eine als Laufsteg aufgemachte Vitrine, in der Kleidungsstücke und Schuhe sowie textile Musterbücher vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Neuzeit gezeigt werden. Wie unsere sehr kompetente Führerin erläuterte, stammt das älteste der ausgestellten Kleider aus dem Jahr 1885. Da aus Platzgründen nicht alle Stücke aus der Sammlung gezeigt werden können, werden die Ausstellungsstücke in der Vitrine immer wieder ausgetauscht.

Die im ersten Obergeschoss befindlichen Exponate zeigen die wirtschaftlichen Zusammenhänge und rücken die Lebenswelt der Unternehmer in den Fokus. So ist z. B. der wuchtige Schreibtisch des Textilunternehmers Herding zu sehen, der Anfang des 20. Jahrhunderts beschafft und über viele Jahrzehnte hinweg genutzt wurde. Anhand der ausgestellten Unternehmerportraits wurde uns berichtet, dass aus jeder dieser Familien ein Mitglied nach Bremen entsandt wurde, um an diesem damals wichtigen Umschlagplatz für Baumwolle präsent und damit wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Allerdings weisen ein gebraucht gekaufter Konzertflügel und das mittlere Modell eines Montblanc-Füllfederhalters darauf hin, dass die „Macher“ aus der Region zwar für damalige Verhältnisse auf globalen Märkten agierten, in ihrer Heimat jedoch verhältnismäßig bescheiden lebten. Weiterhin wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Unternehmer auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht wurden und für die Familien ihrer Arbeitnehmer Sorge trugen. So waren hier auch einige Zeichnungen von Kindern aus diesen Familien ausgestellt, die nach den Worten unserer Führerin den Unternehmern geschenkt und von diesen auch verwahrt worden waren.

Weiterhin sind in dem Museum verschiedene Textilmaschinen zu sehen. Einige davon wurden aufwändig restauriert und sind betriebsfähig. So hatten wir auch die Gelegenheit, dass für uns ein Webstuhl und eine Strickmaschine in Gang gesetzt wurden.

In einem Textilmuseum dürfen natürlich die Rohstoffe wie Flachs und Roh-Baumwolle nicht fehlen. Diese Stoffe waren auch hier vorhanden, und etliche von uns konnten diese Materialien zum ersten Mal in der Hand halten.

Die Führung endete mit einem Rundgang durch eine Sonderausstellung mit dem Titel „Reif für die Insel“, die den Tourismus auf den Inseln Sylt, Hiddensee und Mallorca zum Thema hat. Mit Exponaten wie z. B. Plakaten, Postkarten, Souvenirs, Bademoden, aber auch Gemälden und Fotografien, wird hier gezeigt, wie diese Inseln für den Tourismus entdeckt worden waren und welchen Wandel sie durch den Fremdenverkehr erfahren haben. Nicht zuletzt dürfte auch mit der ausgestellten Bademode eine Verbindung zu der Textilindustrie in Bocholt herzustellen sein.

Danach war der Museumsshop von Interesse, wo verschiedene Souvenirs wie die früher in beinahe jedem Haushalt vorhandenen Grubenhandtücher erstanden wurden.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Bocholter Innenstadt und einem Café-Besuch in fröhlicher Runde machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Duisburg.

 

Fotos: Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Arnheim am 26. September 2017

 

Am 26. September stand wieder ein Besuch bei unseren niederländischen Nachbarn auf dem Programm, und zwar ging es dieses Mal nach Arnheim.

Da es seit diesem Frühjahr einen durchgehenden Regionalexpress bis Arnheim gibt, gestaltete sich die Anreise sehr einfach. Allerdings gibt es auf den niederländischen Bahnhöfen noch eine Einrichtung, von der sich die Bahn in Deutschland seit vielen Jahren verabschiedet hat, nämlich die Bahnsteigsperre. Für diese heute elektronische Zugangs- und Abgangskontrolle benötigt man eine sogenannte Key Card, mit der uns die freundliche niederländische Zugbegleiterin hinter Emmerich ausreichend versorgt hatte, so dass es auch hier keine große Hürde zu bewältigen gab. Übrigens kann man den Hauptbahnhof in Arnheim als ein architektonisches Highlight bezeichnen, mit dem die Bahnhöfe in unserer näheren Umgebung nicht konkurrieren können.

Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Schritte bis in die Innenstadt mit ihren zahlreichen Geschäften und Einkehrmöglichkeiten. Es fällt angenehm auf, dass es hier nur sehr wenige Leerstände gibt und dass die Hauswände nicht mit irgendwelchen Graffiti „verziert“ sind. Unser Weg führte uns durch die Innenstadt bis zur Eusebiuskirche, von deren Turm man eine schöne Aussicht über die Umgebung von Arnheim haben sollte. Da sich der an diesem späten Vormittag herrschende Hochnebel noch nicht ganz aufgelöst hatte, beschlossen wir, zunächst in das der Kirche gegenüberliegende Café „DUDOK“ einzukehren, das uns im Stadtführer als das „Wohnzimmer Arnheims“ empfohlen worden war und das in einem denkmalgeschützten ehemaligen Bankgebäude liegt. Ob es wirklich die Atmosphäre ausstrahlte, von der im Stadtführer gesprochen wurde, mag jeder für sich entscheiden.

Auf einer Seitenwand des Cafés wird auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs im September 1944 Bezug genommen, als die Alliierten vergeblich versuchten, den Rheinübergang bei Arnheim von den Deutschen zurückzuerobern. Bei diesen Kämpfen wurde die Innenstadt von Arnheim stark in Mitleidenschaft gezogen. Über die damaligen Ereignisse gibt es auch einen Kinofilm mit dem Titel „Bridge Too Far“, der in Deutschland besser als „Die Brücke von Arnheim“ bekannt ist.

Nachdem wir das „DUDOK“ wieder verlassen hatten, war die Sicht so gut, dass wir beschlossen, zur Eusebiuskirche hinüberzugehen, um die Aussicht vom Kirchturm zu genießen. Die Eusebiuskirche ist ein spätgotisches Bauwerk, dass zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert entstanden ist. Für die heutige Verwendung dieses sehr großen Gotteshauses hat die Protestantische Kirche in den Niederlanden als Eigentümerin eine pragmatische Lösung gefunden: Gottesdienste finden darin einmal im Monat statt, insbesondere an hohen Feiertagen. Ansonsten kann der Kirchenraum für Ausstellungen oder sonstige Ereignisse genutzt werden. In den 93 Meter hohen Turm wurde ein gläserner Lift eingebaut, der die Besucher an den Glocken des größten Glockenspiels in Europa vorbei bis auf eine Höhe von 73 Meter bringt. Man hatte uns nicht zuviel versprochen: der Ausblick über Arnheim und seine Umgebung war von hier oben wirklich lohnend.

Danach machten sich etliche aus unserer Reisegruppe auf den Weg zum Park Sonsbeek, der im Stadtführer als der schönste Stadtpark in den Niederlanden bezeichnet wird. Andere schlenderten noch einmal durch die Innenstadt, und wieder andere beschlossen, einen Schaufensterbummel durch das sogenannte „Mode-Kwartier“ zu machen. Als Fußnote wurde hinterher schmunzelnd berichtet, dass einer Teilnehmerin auf der Suche nach einem Café erklärt werden musste, dass sie in einem Coffee-Shop wohl nicht das Gesuchte finden würde.

Als wir uns dann am frühen Abend wieder zur Heimfahrt nach Duisburg an Bahnhof trafen, war die Resonanz zu dieser Fahrt durchweg positiv, so dass man davon ausgehen kann, dass für jede/n der 32 Teilnehmer/innen etwas dabei gewesen sein dürfte.

 

Manfred Winkler

 

Fotos: Margret Kümmerling, Roswitha Nieschulze, Marlene Steffes-lai, Manfred Winkler

Fahrt nach Soest am 15. August 2017

Nach unserer Fahrt in die alte Hansestadt Soest im vorigen Jahr kam immer wieder der Wunsch auf, die Stadt noch einmal zu besuchen. Dieses Vorhaben haben wir dann am
15. August  2017 verwirklicht. Obwohl wir im vergangenen Jahr bereits mit einer größeren Gruppe unterwegs waren und obwohl die Wettervorhersagen für diesen Tag heftige Gewitter und Regen angekündigt hatten, fanden sich auch dieses Mal wieder 27 Netzwerker/innen am Duisburger Hauptbahnhof ein.

 

Unterwegs galt der eine oder andere besorgte Blick aus dem Zugfenster dem bewölkten Himmel, aber bis auf einen kurzen Schauer zu Beginn unserer Stadtführung blieben wir von dem vorausgesagten schlechten Wetter verschont. Für die Stadtführung hatten wir wieder den Stadtführer gewinnen können, der uns seine Stadt bereits im vorigen Jahr sehr lebendig und mit Humor präsentiert hatte. Leider war er kurzfristig erkrankt, hatte aber für eine adäquate Vertretung gesorgt. Die Dame, die die Stadtführung an seiner Stelle übernahm, stellte sich uns als Stadtführerin und Kirchenführerin in der Wiesenkirche vor.

 

Im Jubiläumsjahr der Reformation stehen auch die Stadtführungen in Soest vielfach unter diesem Vorzeichen. Soest hatte im Jahr 1531 die Reformation eingeführt, und von den sieben historischen Pfarrkirchen sind seitdem sechs evangelisch. Soest sowie einige ehemals zur Stadt gehörende Bördedörfer bilden damit bis heute eine evangelische Enklave inmitten eines katholischen Umlandes.

Unser Weg führte uns zunächst zur Kirche St. Maria zur Wiese, die landläufig auch Wiesenkirche genannt wird. Sie ist wohl die bekannteste Kirche von Soest und zählt zu den schönsten und bedeutendsten gotischen Hallenkirchen in Deutschland. Eines der bekanntesten Kunstwerke ist das Kirchenfenster mit dem „Westfälischen Abendmahl“. Entgegen den herkömmlichen Abendmahlsdarstellungen bekommen hier die Jünger nicht Brot und Wein gereicht, sondern der heute unbekannte mittelalterliche Künstler präsentiert seinen Zeitgenossen das letzte Abendmahl als ein deftiges, typisch westfälisches Festmahl mit Bier, Schinken und Pumpernickel. Unsere Stadtführerin, die wie bereits erwähnt auch Kirchenführerin war, machte uns hier auf einige zusätzliche Details aufmerksam, die normalerweise gern übersehen werden, wie auf einen Mönch, der eine Schüssel auf den Abendmahlstisch schiebt oder diese möglicherweise auch an sich heranzieht. Der Marienaltar des Soester Künstlers Heinrich Aldegrever von 1525 wurde uns ebenfalls ausführlich erklärt. Im Mittelalter war die Wiesenkirche auch Wallfahrtskirche. Das dort verehrte Marienbild wurde nach der Reformation entfernt und auf einem Dachboden deponiert. Im Jahr 1661 musste dieses Marienbild jedoch als Sühne für einen Jagdfrevel an die benachbarte katholische Stadt Werl übergeben werden, die seitdem neben Altötting und Kevelaer der bedeutendste Marienwallfahrtsort in Deutschland ist. An dieses Ereignis erinnert heute eine Stele vor dem Südportal, die aus Anlass der 350jährigen Wiederkehr im Jahre 2011 als ökumenisches Symbol mit der Inschrift "Maria auf dem Weg" errichtet wurde.

Da das Fotografieren in der Wiesenkirche nicht gern gesehen wird und Bilder nur mit Erlaubnis der Kirchengemeinde veröffentlicht werden dürfen, können wir diesem Bericht keine Bilder aus dem Inneren einer der schönsten gotischen Hallenkirchen in Deutschland beifügen.

 

Danach ging es weiter zur Hohnekirche oder auch St. Maria zur Höhe, einer kleinen, aber kunsthistorisch sehr bedeutenden Kirche aus dem frühen Mittelalter. Hier sind neben dem einzigen Scheibenkreuz im mitteleuropäischen Raum sind auch die Malereien im Altarraum sowie ein aufgemalter Wandteppich sehenswert, die wahrscheinlich durch eine Malerschule byzantinischer Herkunft vermittelt wurden.

 

Anschließend führte uns der Weg durch die Altstadt zum Großen Teich mit seiner Wippe. Damit wurden in früheren Jahren unehrliche Händler, die mit falschen Gewichten arbeiteten, sowie andere kleine Übeltäter zum Gespött der Zuschauer in den Teich getaucht. Im Rahmen des traditionellen Bürgerschützenfestes hat man sich wieder an die eigentliche Funktion dieses altertümlichen Strafinstruments erinnert. So werden bei diesem Fest alljährlich bekannte Soester Bürger in den Teich gewippt.

 

Da die Zeit bereits fortgeschritten war und wir auch dem bedeckten Himmel nicht so ganz trauten, musste der eigentlich noch vorgesehene Weg über den Wall ausfallen. Auf dem Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt wies uns die Stadtführerin auf ein weiteres bedeutendes Ereignis hin: auf die jährliche Allerheiligenkirmes, die die größte Innenstadtkirmes in Europa ist. Auch wenn der Weg über den Wall, von wo aus sich ein sehr schöner Blick über die Altstadt bietet, entfallen musste, hatten wir doch wieder eine sehr interessante und kurzweilige Führung.

 

Kaffee und Kuchen oder auch der eine oder andere Besuch in den zahlreichen Geschäften in der Innenstadt rundeten danach einen Tag ab, der wieder durchweg als gelungen bezeichnet wurde.

 

Text: Manfred Winkler

Fahrt nach Giethoorn am 18. Juli 2017

 

Für den 18. Juli 2017 stand eine Fahrt zu unseren niederländischen Nachbarn auf dem Programm. Ziel war das kleine Städtchen Giethoorn in der Nähe von Zwolle. Giethoorn wird wegen seiner vielen Brücken gern als „Venedig des Nordens“ bezeichnet, auch wenn es sich diesen Ehrentitel mit weit größeren Städten wie St. Petersburg, Kopenhagen, Stockholm oder einigen anderen Städten teilen muss.

Pünktlich um 8.00 Uhr setzte sich unser Bus mit 40 Netzwerker/innen und 4 Gästen in Buchholz in Bewegung. Obwohl es ein Wochentag war und dazu noch die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen gerade begonnen hatten, verlief unsere Fahrt ohne Staus auf den Straßen. Unterwegs wurde an einer Raststätte in Holland eine Kaffeepause eingelegt, und kurz vor 11.00 Uhr trafen wir in Giethoorn ein.

Giethoorn in der niederländischen Provinz Overijssel liegt im Nationalpark Weerribben-Wieden  und hat etwa 4.000 Einwohner. Es entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die Geyternhoren genannt wurde. Dieser Name wurde später zu Geythorn verkürzt, woraus dann der heutige Name Giethoorn entstand. Der Haupterwerb war in früheren Jahren die Torfgewinnung. Heute ist der Tourismus ein wesentlicher Wirtschaftszweig. So besuchen jährlich beinahe 5 Millionen Tagesgäste den Ort. Auch an diesem herrlichen Sommertag war Giethoorn für viele ein Ausflugsziel. Man mag es sich besser nicht vorstellen, wie es hier an einem Wochenende bei schönem Wetter aussehen könnte.

Giethoorn ist von Grachten durchzogen, die man mit dem Rundfahrtboot oder individuell auch mit dem „Flüsterboot“, einem kleinen elektrisch betriebenen Boot, befahren kann. Auf unserer Rundfahrt erfuhren wir unter anderem, dass etliche der Wege innerhalb des Städtchens nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad benutzt werden können. Die Grachten selbst kann man an vielen Stellen auf kleinen charakteristischen Holzbrücken überqueren. Die Dächer der meisten Häuser längs der Grachten sind mit Reet gedeckt, das auch in der Umgebung von Giethoorn wächst. Es fällt dabei sehr angenehm auf, dass diese Dächer aus ästhetischen Gründen nicht mit Photovoltaikanlagen zur Gewinnung von Sonnenenergie ausgestattet werden dürfen. Unsere Rundfahrt führte uns weiter auf einen größeren See. Wie uns unser Bootsführer erklärte, ist dieser See maximal 1 Meter tief. Nachdem wir den See überquert hatten, gelangten wir in weitere kleine Kanäle, an deren Ufern das Reet wächst, mit dem die Hausdächer gedeckt werden. Von diesen Kanälen zweigen noch etliche kleinere Kanäle ab, und  es ist durchaus nachvollziehbar, wie uns unser Busfahrer berichtete, dass Touristen, die mit dem Flüsterboot unterwegs sind, hier schon einmal die Orientierung verlieren können. Hier gibt es auch noch 2 Gehöfte, die nicht auf dem Landweg, sondern nur mit dem Boot zu erreichen sind. Zu unserem Erstaunen erklärte der Bootsführer weiter, dass der Wasserspiegel der Kanäle und des Sees im Winter abgesenkt wird, so dass man bei länger anhaltendem Frost darauf Eislaufen kann.

Unsere Rundfahrt war nach etwa 2 Stunden beendet. Anschließend blieb noch genügend Zeit, den Ort zu Fuß zu erkunden. Hier hatten wir noch einmal die Gelegenheit, die sehr gepflegten Gärten mit den herrlichen blühenden Hortensien zu bewundern, die uns bereits bei der Grachtenfahrt aufgefallen waren. Einige von uns besuchten auf diesem Wege auch die kleine reformierte Dorfkirche, in der eine Ausstellung mit Bildern einheimischer Künstler zu sehen war.

 

Nachdem wir die verbleibende Zeit für den Besuch eines Cafés, des örtlichen Museums oder zu einem Bummel durch die Geschäfte genutzt hatten, bestiegen wir unseren Bus für die Rückfahrt und erreichten Buchholz nach einem sehr schönen Tag mit vielen neuen Eindrücken wieder gegen 20.00 Uhr.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder:

Roswitha Nieschulze, Manfred Hopf, Reiner Winkler, Manfred Winkler

Fahrt zur Villa Hügel nach Essen am 20. Juni 2017

 

Am 20. Juni 2017 machten wir uns mit 24 Netzwerker/innen auf den Weg nach Essen zur Villa Hügel. Diese Fahrt hatte eigentlich schon lange auf dem Programm gestanden, war aber immer wieder verschoben worden. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns, für einige war es sogar ein wenig zu heiß.

 

Wir waren so frühzeitig vor dem Beginn unserer gebuchten Führung durch die Villa Hügel eingetroffen, dass noch genügend Zeit blieb, sich vorher in dem großzügig angelegten Park umzusehen, der den Gebäudekomplex umgibt. Bei der anschließenden Führung hatten wir dann die Gelegenheit, Näheres über das Haus und über die Familie Krupp zu erfahren.

Die Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney wurde in den Jahren 1870 – 1873 von Alfred Krupp errichtet. Er beabsichtigte, seine Rolle in seinem stark angewachsenen Unternehmen auf die strategischen Entscheidungen und auf die Aufsichtsfunktion zu beschränken, so dass es nicht mehr - wie bis dato üblich - notwendig war, seinen Wohnsitz auf dem Unternehmensgelände zu haben. Dieses ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Familie Krupp wird bis heute grundbuchlich als „Einfamilienhaus“ geführt, verfügt auf insgesamt 8.100 Quadratmetern Nutz- und Wohnfläche über 269 Räume und liegt in einem 28 Hektar großen dazugehörenden Park. Die Baumaterialien bestanden anfangs aus Brandschutzgründen in der Hauptsache aus Steinen und Stahl. Das Haus verfügte sogar bereits über eine Warmwasserheizung, die allerdings nie die Erwartungen erfüllte. Im Haupthaus gab es auch eine Warmluftheizung, die man als Vorgänger der heutigen Klimaanlagen bezeichnen kann. Allerdings musste auch diese mehrfach modifiziert werden. Es ist heute nicht mehr bekannt, ob diese Anlage jemals insgesamt zur Zufriedenheit funktionierte.

Im Erdgeschoss befanden sich die gesellschaftlichen Räume, in denen hochrangige Besucher wie Kaiser Wilhelm II oder später die Machthaber des Dritten Reichs empfangen wurden. Der erste Stock war für die privaten Räume sowie für die Geschäftsräume vorgesehen, und im zweiten Stock befanden sich die Räume für das Dienstpersonal sowie Dachboden- und Stauräume.

Trotz der räumlichen Entfernung zu den Fabrikationsanlagen war die Villa Hügel das strategische Zentrum des Unternehmens. Dementsprechend war auch die zentrale Uhr in der Villa, die sich in der Pförtnerloge befand, maßgeblich für das gesamte Unternehmen.

Auch zur Geschichte der Familie Krupp hatte unsere Führerin einige interessante Fakten bereit. Im Jahr 1902 wurde Bertha Krupp, die Enkelin von Alfred Krupp, Alleinerbin des Unternehmens. Sie heiratete im Jahr 1906 den preußischen Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach. Damit der Name Krupp erhalten blieb, wurde durch königlich preußischen Erlass („Lex Krupp“) gestattet, den Namen Krupp vor den Familiennamen zu stellen, so dass seitdem alle Firmeninhaber das Recht hatten, den Namen „Krupp von Bohlen und Halbach“ zu tragen. Dieses Recht war jedoch ausschließlich jenen Familienmitgliedern vorbehalten, die auch Mitglieder der Unternehmensleitung waren. Alle anderen Mitglieder der Familie durften sich nach geltendem Recht lediglich „von Bohlen und Halbach“ nennen.

Nach erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den 1960er Jahren und nach dem Erbverzicht von Arndt von Bohlen und Halbach ging dann das vormalige Familienvermögen sowie  das Erbe der Familie Krupp in die Verwaltung der „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiften“ über, die bis heute Eigentümerin ist und die ihren Sitz auf dem Gelände des Parks hat.

Die Villa Hügel wurde bereits im Jahr 1953 von der Familie Krupp geöffnet und ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich. Neben den Haupträumen im Erdgeschoss und im ersten Stock können auch Exponate aus der Familiengeschichte, wesentliche Erzeugnisse des Unternehmens wie der nahtlose Eisenbahnradreifen oder auch Kopien von Schreiben hoher Persönlichkeiten der jeweiligen Epoche aus Politik und Wirtschaft an den jeweiligen Firmeninhaber besichtigt werden.

 

Nach der Führung und dem Mittagessen genossen wir an Bord der Weißen Flotte noch eine 2-stündige Seerundfahrt auf dem Baldeneysee. Der Baldeneysee ist der größte der Ruhrstauseen und entstand zwischen 1931 und 1933. Die Schifffahrt ging vorbei an Schloss Baldeney, nach dem der See benannt wurde, über Heisingen, Kupferdreh und Werden zurück zum Anleger unterhalb der Villa Hügel, von wo es dann wieder per Bahn zurück nach Duisburg ging.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder: Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

 

Fahrt nach Trier am 23. Mai 2017

 

Eine Fahrt nach Trier, der ältesten Stadt in Deutschland, hatten wir bereits seit längerem vorgesehen. Da die Bahnfahrt dorthin jedoch recht zeitaufwändig ist, hatten wir bisher immer wieder davon Abstand genommen. Um dieses Vorhaben doch endlich einmal verwirklichen zu können, entschlossen wir uns, diese Fahrt mit dem Bus zu unternehmen. Da diese Fahrt sehr gefragt war und dazu noch einige Gäste von Netzwerkern dabei waren, blieben bei insgesamt 45 Teilnehmern nur wenige Plätze im Bus frei.

 

Alle Teilnehmer hatten sich pünktlich am Platz vor der Jesus-Christus-Kirche eingefunden, so dass der Bus sich wie vorgesehen um 8.00 Uhr in Bewegung setzen konnte. Zunächst ging es über die Autobahn bis Köln und danach durch die Eifel in Richtung Trier, wo wir gegen 11.30 Uhr eintrafen und unweit des Trierer Wahrzeichens, der Porta Nigra, den Bus verlassen konnten.

 

Zunächst verteilten sich die meisten von uns auf die verschiedenen Lokale, um sich erst einmal zu stärken. Die anschließende Stadtführung („2.000 Jahre, 2.000 Schritte“) musste auf Grund der großen Teilnehmerzahl in 2 Gruppen durchgeführt werden, wobei es jede der beiden Stadtführerinnen verstand, ihre Stadt interessant und lebendig zu schildern. Natürlich blieb dabei nicht unerwähnt, dass die Römer vor 2.000 Jahren hier eine Stadt namens Augusta Treverorum gründeten, aus der der heutige Name Trier hervorgegangen ist. Zuerst wurde uns die Porta Nigra ausführlich vorgestellt. Es handelt sich dabei um eines der ehemaligen römischen Stadttore. Rund 1.000 Jahre später, nach 1028, ließ sich der aus Sizilien stammende Mönch Simeon als Einsiedler in dem Gebäude nieder. Er wurde nach seinem Tod im Jahr 1035 im Erdgeschoss bestattet und noch im selben Jahr auf Betreiben des Trierer Erzbischofs, der ein Freund Simeons war, heiliggesprochen. Daraufhin wurde die Porta Nigra zur Simeonskirche mit 2 Stockwerken umgebaut. Die Stadttore wurden zugeschüttet, und der ursprüngliche zweite Turm wurde abgerissen, da für die Kirche nur ein Turm benötigt wurde. Das Erdgeschoss der Kirche diente den Bewohnern der Stadt als Gotteshaus, während die erste Etage der höheren Geistlichkeit vorbehalten war. Dazu wurde das Simeonsstift gegründet. Kirche und Stift wurden schließlich im Jahre 1802 durch Napoleon aufgehoben und 1804 der Rückbau verfügt. Die Abbrucharbeiten wurden erst 1815 vollendet, nachdem Trier durch den Beschluss des Wiener Kongresses an Preußen gefallen war. Seitdem ist nun wieder das römische Tor zu sehen, lediglich die Apsis der Kirche wurde stehengelassen. Seit 1986 ist die Porta Nigra zusammen mit anderen Bauwerken der Stadt UNESCO-Welterbe.

 

Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass viele ehemalige römische Bauten der Bürgerschaft als Steinbruch dienten, so dass es keinen Mangel an Steinen gab und es deshalb nur wenige historische Fachwerkhäuser in der Stadt gibt.

 

Weiter ging es zum Hauptmarkt mit dem Marktkreuz, dem Marktbrunnen und der Bürgerkirche St. Gangolf, die diesen Platz überragt. Die Kirche verfügt über kein eigenes Portal und ist nur über eine Barockpforte, die von Geschäftshäusern umgeben ist, vom Hauptmarkt zu erreichen. Das Marktkreuz steht auf einer alten römischen Säule, die ab 1200 auch als Pranger diente, der als Symbol für das Marktgericht stand. Noch heute sind vier eingeschlagene Löcher zu erkennen, an denen Ketten mit Halseisen, Fußfesseln und Schandstein befestigt waren. Ein weiteres auffälliges Bauwerk am Hauptmarkt ist die Steipe, ein gotisches Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das zunächst als Fest- und Empfangsgebäude der Bürgerschaft und später als Rathaus diente.

 

Vom Hauptmarkt sind es nur wenige Schritte bis zum Dom St. Peter. Die Anfänge des Doms reichen in die Zeit Konstantins des Großen im 4. Jahrhundert, als über den Resten eines repräsentativen römischen Wohnhauses eine Basilika errichtet wurde, die zu einer der größten Kirchenbauten in Europa erweitert wurde. Nach verschiedenen Zerstörungen wurde der Dom im Mittelalter verschiedentlich erweitert. Wenn man vom Domfreihof auf die beeindruckende Westfassade blickt, fallen sofort die unterschiedlich hohen Domtürme auf. Diesen Unterschied erläuterte unsere Stadtführerin damit, dass es im frühen 16. Jahrhundert dem Erzbischof nicht gefiel, dass der Turm der Bürgerkirche St. Gangolf am Hauptmarkt die Domtürme überragte. Deshalb ließ er den Südwestturm des Doms aufstocken und auch das Geläut erweitern, womit dann aus der Sicht des Erzbischofs die Ordnung wieder hergestellt war.

Zu den bekanntesten und wertvollsten Schätzen des Doms gehört der „Heilige Rock“, die Tunika, die Christus getragen haben soll. Der Überlieferung nach wurde das Kleidungsstück durch Helena, die Mutter Konstantins des Großen, nach Trier gebracht. Der Heilige Rock wird nur äußerst selten und anlässlich von Wallfahrten öffentlich gezeigt.

Vor dem Haupteingang liegt eine etwa vier Meter lange Dioritsäule, der sogenannte Domstein. Es handelt sich dabei um eine der Säulen, die in den Anfangszeiten des Doms gegen Kalksteinsäulen ersetzt werden mussten. Diese Säule blieb vor dem Südwestportal liegen und wurde später nicht mehr weggeräumt. Heute scheint der Domstein auch ein beliebter Spielplatz für die Kinder zu sein.

Unmittelbar neben dem Dom steht die Liebfrauenkirche, die zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg als die älteste gotische Kirche in Deutschland gilt. Das Portal der Kirche mit den gegenüberstehenden figürlichen Darstellungen der Ecclesia (Kirche) und der Synagoge mit verbundenen Augen und einer zerbrochenen Thora-Rolle in der Hand lässt deutlich erkennen, wie die christliche Kirche über Jahrhunderte hinweg das Judentum betrachtete.

 

Ein weiterer Höhepunkt unserer Stadtführung war der Besuch der Konstantinbasilika, die heute offiziell „Evangelische Kirche zum Erlöser“ genannt wird. Bei der Konstantinbasilika handelt es sich ursprünglich um eine römische Palastaula, die als Audienzhalle für die römischen Kaiser, die in Trier residierten, erbaut worden war. Wie unsere Stadtführerin erklärte, hatte diese Palastaula sogar bereits eine Art Fußbodenheizung und war mit allen Annehmlichkeiten der damaligen Zeit ausgestattet. Im frühen Mittelalter kam die Ruine des Gebäudes in den Besitz der Erzbischöfe von Trier, die deren Reste im 17. Jahrhundert in die neue Bischofsresidenz oder auch das Kurfürstliche Palais integrieren ließen. In den Jahren 1844 – 1856 wurde unter preußischer Herrschaft das Gebäude als Kirche wieder hergestellt und der evangelischen Gemeinde „auf ewige Zeiten“ zur Nutzung übergeben. Eigentümer war jedoch nie die Evangelische Kirche, sondern immer der Staat. So ist auch heute noch das Land Rheinland-Pfalz als Rechtsnachfolger des ehemaligen Preußen Eigentümer der Basilika. Die Konstantinbasilika ist ein Gebäude von beeindruckender Größe, in das nach den Worten der Stadtführerin die Porta Nigra zweimal hineinpassen würde. Der Innenraum ist heute sehr schlicht gehalten. Die aus Fichtenholz bestehende Kassettendecke mit Quadern von 3 x 3 Metern Größe erinnert an antike Holzdecken. Im Jahr 2014 erhielt die Kirche eine neue Hauptorgel, die mit 82 Registern die größte Orgel in Trier ist. Dazu bemerkte unsere Stadtführerin im Hinblick auf die damalige Erhöhung des Domturms: mit leichter Ironie: „Da muss die katholische Kirche jetzt nachrüsten.“

 

Nach dem Besuch der Konstantinbasilika beendeten wir die Stadtführung mit einem Abstecher in den Park des benachbarten Kurfürstlichen Palais, wo es unseren Fotografen gelang, die Teilnehmer zu einem Gruppenfoto vor der Fassade des Schlosses aufzustellen.

 

Anschließend war es doch sehr angenehm, ein Café besuchen zu können. Ebenfalls waren wohl diverse Geschäfte ein beliebtes Ziel, bevor uns unser Bus wieder zurück nach Duisburg brachte. Erfreulicherweise meinte es auch das Wetter gut mit uns, so dass wir insgesamt wieder auf eine schöne und gelungene Fahrt zurückblicken können.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder. Roswitha Nieschulze, Manfred Hopf, Reiner Winkler, Manfred Winkler

Fahrt nach Bonn am 25. April 2017

Um allen Eventualitäten des sprichwörtlichen Aprilwetters Rechnung tragen zu können, hatten wir uns dieses Mal als Ziel die ehemalige Bundeshauptstadt und heutige Bundesstadt Bonn ausgesucht, wo wir im Haus der Geschichte die Wechselausstellung „Geliebt.Gebraucht.Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“ besuchen wollten und dafür eine Führung gebucht hatten.

 

Kurz nach 9.00 Uhr hatten sich wieder 19 Netzwerker am Duisburger Hauptbahnhof zu dieser Fahrt eingefunden. Bedingt durch eine Streckensperrung zwischen Düsseldorf und Köln wurde unser Zug ab Düsseldorf über Leichlingen umgeleitet. So lernten wir unbeabsichtigt eine uns bisher unbekannte Gegend von Nordrhein-Westfalen kennen. Und weil die Umleitungsstrecke völlig überlastet war, verzögerte sich die Ankunft in Bonn um mehr als eine Stunde. Im Bonner Hauptbahnhof geriet dann durch eine Baustelle und fehlender Ausschilderung der Umleitung der Weg zu der U-Bahn-Station, von der aus wir zum Haus der Geschichte weiterfahren wollten, noch einmal zu einem Suchspiel. Allerdings erfuhren wir später, dass damit selbst bei der Bonner Bevölkerung reichlich Verwirrung gestiftet wird.

Dadurch konnte die vorgesehene Führung durch die Ausstellung im Haus der Geschichte erst mit mehr als 30 Minuten Verspätung beginnen. Unter anderem wird in der Ausstellung das seinerzeit oft zitierte Thema „Freie Fahrt für freie Bürger“ behandelt, wo es um Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen ging. So erfuhren wir, dass Deutschland bis heute das einzige Land ist, das im Gegensatz zu den anderen europäischen Staaten kein allgemeines Tempolimit auf den Autobahnen kennt. Weiterhin sorgte das in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts vieldiskutierte Thema „Frau am Steuer“ mit den damaligen Fernsehspots aus der WDR-Serie „Der siebte Sinn“ für einige Erheiterung. Es ist heute kaum vorstellbar, dass in jener Zeit die luftige Sommerbekleidung einer Frau oder deren Frisur als eine mögliche Gefährdung des Straßenverkehrs angesehen wurden, ebenso dass den Frauen nur begrenzt die Fähigkeit zum Einparken zugestanden wurde.

Bei den ausgestellten Fahrzeug darf der VW-Käfer nicht fehlen, der über viele Jahre von unseren Straßen nicht wegzudenken war, ebenso wie der Opel Manta, der nicht zuletzt durch den bekannten gleichnamigen Spielfilm mit einem gewissen Image verbunden war. Das Prunkstück der Ausstellung dürfte aber wohl der Mercedes 600 Pullman sein, mit dem in der Bonner Republik Staatsgäste befördert wurden. Leider durfte man dieses hochinteressante Fahrzeug nur aus gebührender Entfernung betrachten.

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist dem Auto in der ehemaligen DDR gewidmet. Darin werden das heutige Kultfahrzeug Trabant und die langen Wartezeiten der DDR-Bürger auf dieses Fahrzeug behandelt. In diesem Zusammenhang war auch das Exponat einer Tauschurkunde vielsagend, in der der Tausch eines Einfamilienhauses gegen einen gebrauchten Trabant dokumentiert wird. Wenig bekannt ist, dass es in der DDR in kleiner Zahl ein von einem privaten Unternehmer hergestelltes Fahrzeug gab, welches für Autorennen geeignet war und das auch vom Preis her für den Normalbürger unerschwinglich war. Weiterhin wurden die von der Staatsführung genutzten Fahrzeuge behandelt, die aus Prestigegründen von Volvo und Peugeot beschafft wurden und nur einem bestimmten Personenkreis vorbehalten waren. Die Fahrzeuge aus den sozialistischen Ländern wie der Lada waren dagegen für die mittlere und untere Ebene bestimmt.

Andere Ausstellungsstücke sind unter anderem Plakate und Fotos, die die Faszination des „der Deutschen liebstes Kind“ deutlich machen oder auch der erste Führerschein des Fernsehmoderators Günther Jauch, dessen Passbild allgemeine Erheiterung auslöste. Durch die sehr interessanten und unterhaltsamen Erklärungen unserer Führerin verging die Stunde in der Ausstellung wie im Fluge.

 

Danach ging es in die Bonner Innenstadt, die nach einer Stärkung in einem Café oder Restaurant auf eigene Faust erkundet wurde. Trotz des kühlen Wetters waren der Hofgarten, der „Alte Zoll“ am Rheinufer mit einem herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Beuel und auf das Siebengebirge oder auch das Münster mit seinem romanischen Kreuzgang einen Besuch wert, ebenso wie das Denkmal von Ludwig van Beethoven. Bei einem Spaziergang über die Rheinpromenade konnte man auch noch einen Abstecher auf das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung machen, das in diesen Tagen in Bonn vor Anker lag. Die darin befindliche Ausstellung widmet sich dem Schutz der Meere und des Klimas. Andere wiederum stöberten in den Geschäften und waren offensichtlich erfolgreich.

Erfreulicherweise blieben wir von dem von den Meteorologen vorausgesagten Regen verschont, so dass wir trotz der Probleme bei der Anreise insgesamt auf einen gelungenen Tag zurückblicken können.

 

Text und Bilder: Manfred Winkler

Fahrt zum Westdeutschen Rundfunk nach Köln am 21. März 2017

 

Da wir im Winterhalbjahr für unsere Fahrten bevorzugt Ziele auswählen, bei denen wir von der Witterung möglichst unabhängig sind, hatten wir uns für den Monat März um eine Führung durch die Räumlichkeiten des Westdeutschen Rundfunks in Köln bemüht und eine Einladung dazu erhalten.

Nach unserer Ankunft in Köln erkundeten wir zunächst in kleineren Gruppen individuell die Stadt. So durfte der beinahe schon obligatorische Besuch des Doms nicht fehlen, und auch das Haus 4711 in der Glockengasse sowie die Hohe Straße mit ihren Geschäften waren für einige aus unserer Gruppe von Interesse.

Nach dem Mittagessen ging es dann zum Besucherzentrum des Westdeutschen Rundfunks in der Elstergasse, wo wir zuerst einen kurzen Einführungsfilm über den WDR sahen. Darin wurde der WDR als eine Rundfunk- und Fernsehanstalt vorgestellt, die die Menschen überall in Nordrhein-Westfalen erreicht und über die neuesten Ereignisse in NRW und der Welt informiert, zusätzlich aber auch anderweitige Programme anbietet. Weiterhin erfuhren wir, dass der Westdeutsche Rundfunk etwa 4.000 festangestellte und über das Jahr gesehen ca. 20.000 freie Mitarbeiter beschäftigt und damit nach der BBC die größte Rundfunkanstalt in Europa ist. Danach begann die Führung, die zunächst an den Räumlichkeiten vorbeiging, in denen eine der wohl bekanntesten Sendungen des WDR produziert wird: Die Sendung mit der Maus. Erstaunlich ist das Durchschnittsalter der Zuseher der Sendung mit der Maus, das bei 35 Jahren liegt. Es ermittelt sich aus dem Alter der Kinder, die diese Sendung verfolgen, aber auch aus dem Alter von deren Eltern sowie dem der Großelterngeneration, die die Sendung bereits seit vielen Jahren kennen und immer noch zu deren Publikum gehören. Leider hatten wir jedoch keine Gelegenheit, einen Blick in diese Räume zu werfen. Anschließend sahen wir verschiedene Studioräume, in denen die Sendungen „Hart aber Fair“, der „Presseclub“, die „Sportschau“ sowie das „Morgenmagazin“ produziert werden. Wenn man diese Sendungen vom heimischen Bildschirm her kennt, ist man doch sehr überrascht, dass die Studios verhältnismäßig klein sind. Wie uns jedoch erklärt wurde, wird dem Zuschauer zu Hause durch die Weitwinkeloptik der Kameras der Eindruck eines größeren Raumes vermittelt. Im Hörfunkbereich wurde uns ein Raum für die Produktion von Hörspielen mit seinen Requisiten vorgestellt. So können dem Zuhörer unter anderem das Schlagen einer Tür oder unterschiedliches Treppensteigen vermittelt werden. Eigentlich sind Hörspiele mehr aus der Zeit bekannt, in der das Fernsehen noch nicht so stark verbreitet war und mehr Radio gehört wurde. Allerdings, wie unser Führer erklärte, finden Hörspiele auch heute noch ihr Publikum. Der nächste Raum, der sich daran anschloss, wird ebenfalls für die Hörspielproduktion verwendet. Hier lassen sich mit verschiedenen Bodenbelägen Außengeräusche herstellen wie Schritte auf Kieswegen oder auf Sand. Mit den Wandverkleidungen dieses Raumes kann man unter anderem den Eindruck einer sich im Freien entfernenden Stimme oder andere entfernte Gräusche täuschend echt vermitteln. Unser Führer erklärte auch, dass man sich hier nur kurzfristig aufhalten sollte, da das menschliche Auge wohl den Raum erkennt, akustisch jedoch die freie Natur vermittelt wird und dass damit die Wahrnehmung bei längerem Aufenthalt gestört werden kann.

Mit der Vorführung dieser Produktionsräume war die zweistündige Führung schon beendet. Nach einer anschließenden Kaffeepause ging es wieder zurück nach Duisburg. Leider war aus vom WDR vorgegebenen organisatorischen Gründen die Teilnehmerzahl auf 25 begrenzt. Wir werden jedoch versuchen, diese sehr interessante Fahrt mit der Führung zu wiederholen, wobei wir dann vorrangig jene berücksichtigen wollen, die dieses Mal nicht mitfahren konnten.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder: Ursula Niermann, Manfred Winkler

Fahrt zum Parkleuchten im Grugapark Essen am 20. Februar 2017

 

Als wir im März vorigen Jahres das Parkleuchten im Grugapark in Essen besuchten, wurde verschiedentlich der Wunsch geäußert, die Fahrt in diesem Jahr zu wiederholen. Diese Anregung haben wir gern aufgegriffen und uns am Nachmittag des 20. Februar 2017 erneut auf den Weg nach Essen gemacht. Das Wetter war den ganzen Tag über kühl und regnerisch, dennoch waren wir trotz einiger Absagen wieder mit 25 Netzwerker/innen (und einem Hund) unterwegs.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir den Grugapark. Die Illuminationen waren zwar schon eingeschaltet, allerdings wirkten sie in dem diffusen Dämmerlicht noch nicht. Deshalb wurden wir uns schnell einig, bei einem Cafébesuch die Dunkelheit und das erhoffte Ende des Nieselregens abzuwarten. Eine Stunde später konnten wir uns dann ohne den Regenschirm benutzen zu müssen auf den Weg machen. Auch in diesem Jahr hatten sich die Veranstalter einiges einfallen lassen. Neben der Allee mit den bunt angeleuchteten Bäumen und den illuminierten Teichen, die wir schon im vorigen Jahr bewundern konnten, gab es etliche Neuheiten wie verschiedenfarbige überdimensionale künstliche Blumen oder bunte Schatten. In der Dahlienarena hatten 36 große Würfel ihre eigene Lichtchoreografie bekommen und wechselten zu Walzermusik ihre Farben. Eindrucksvoll war auch die Videoprojektion mit dreidimensionalen Effekten auf einer Wasserfontäne, die ebenfalls musikalisch untermalt wurde. Die regennassen Wege hatten für die Fotografen unter uns noch den Vorteil, dass sie die Lichter reflektierten und dass damit für das eine oder andere Bild eine zusätzliche Wirkung erzielt werden konnte.

Offensichtlich hatte das feuchte und kühle Wetter die Stimmung nicht beeinträchtigt, so dass auch diese Fahrt allen wieder Spaß gemacht haben dürfte.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder: Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

Fahrt zum Planetarium in Bochum am 31. Januar 2017

 

Das Ziel unserer ersten Fahrt im neuen Jahr war wieder das Planetarium im Bochum. Nachdem wir dort bereits im Januar 2016 eine sehr interessante Astronomie-Show gesehen hatten, war von etlichen Teilnehmern der Wunsch geäußert worden, das Planetarium im Winterhalbjahr 2016/2017 nochmals zu besuchen. Und da auch im neuen Jahr die Reiselust offensichtlich nicht nachgelassen hat, machten sich wieder 26 Netzwerker/innen auf den Weg nach Bochum. Dieses Mal hatten wir die Anfahrt so geplant, dass zwischen unserer Ankunft am Bochumer Hauptbahnhof und dem Beginn der Show im Planetarium auch noch genügend Zeit blieb, sich in der Stadt umzusehen. Einige nutzten diese Zeit zum Mittagessen, andere wiederum waren am Treffpunkt für die Weiterfahrt zum Planetarium mit Tragetaschen ausgestattet, die sie bei der Hinfahrt noch nicht mit sich geführt hatten, so dass man davon ausgehen konnte, dass sie beim Stöbern in den Geschäften der Innenstadt fündig geworden waren.

Um 15.30 Uhr begann dann die Astronomie-Show „Geheimnisvolles Universum“. Die Stunde reichte kaum aus, um die vielfältigen Eindrücke aufnehmen zu können. Es war unter anderem beeindruckend zu erfahren, dass wir auf der Erde das Licht von Sternen sehen können, die bereits verglüht sind, deren Licht aber auf Grund der beinahe unvorstellbaren Entfernung von etlichen Lichtjahren erst jetzt für uns sichtbar wird. Und die Erkenntnis, dass unser Sonnensystem lediglich ein verschwindend kleiner Teil des heute bekannten Universums ist, dürfte den einen oder anderen sicherlich in Erstaunen versetzt haben. Damit verbunden stellt sich auch die Frage, ob nur auf unserer Erde Leben möglich ist oder auch in anderen Bereichen des Universums, und wenn, in welcher Form. Die sehr interessante Stunde ging damit zu Ende, dass wir uns aus der Sicht der Astronauten auf unsere Erde als den Blauen Planeten zubewegten. Und aus einigen Gesprächen, die beim Ausgang geführt wurden, konnte man entnehmen, dass die virtuelle Reise aus dem Kosmos zur Erde ihre Eindrücke hinterlassen hatte.

 

Die anschließende Frage, ob wir uns sofort zum Hauptbahnhof aufmachen, um nach Hause zu fahren oder ob noch der Besuch eines Cafés angenehm wäre, war schnell beantwortet. Und so verbrachten wir noch einige Zeit in gemütlicher Runde bei Waffeln und Apfelstrudel, bis es gegen 19.00 Uhr wieder zurück nach Duisburg ging.

 

Text: Manfred Winkler

Bilder: Roswitha Nieschulze

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