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Berichte                                   Städtereisen in der Woche

Besuch des Haniel-Museums in Duisburg-Ruhrort am 15. November 2022

 

Am 15. November 2022 erhielten wir die Möglichkeit, das Haniel-Museum in Duisburg-Ruhrort zu besuchen.

 

Das Museum ist im ehemaligen Wohnhaus der Familie Haniel untergebracht, das auch gleichzeitig das Gründerhaus des Unternehmens ist. Es wurde als das „Ruhrorter Packhaus“ bekannt und von Franz Haniels Großvater Jan Willem Noot im Jahr 1756 errichtet. Dieses Jahr gilt als das Gründungsjahr des Unternehmens, in dem der preußische König Friedrich der Große den Erbpachtvertrag für das Grundstück unterzeichnete. Im Eingangsbereich des Museums sind deshalb auch die Bilder von Friedrich II sowie des Unternehmensgründers und seiner Ehefrau zu sehen, zusammen mit einer Kopie des vom König unterzeichneten Vertrags. Das wertvolle Original befindet sich im Archiv des Unternehmens.

 

Das Haus wurde aus Platzgründen außerhalb der Ruhrorter Stadtmauern gebaut und war mit einem Stichkanal direkt mit dem Rhein und der Ruhrmündung verbunden. Die Waren konnten so direkt entladen und auf dem Speicher des Hauses eingelagert werden. Die Einlagerung auf dem Speicher erfolgte, damit die Waren wie z. B. Tabak bei Hochwasser geschützt waren. Einer der beiden Hebekräne ist nach erfolgter Restaurierung bis heute betriebsfähig. Wie uns unsere Museumsführerin weiter erklärte, wird der historische Speicher jetzt für Veranstaltungen genutzt.

 

Jan Willem Noot betrieb das Packhaus zunächst als Lagerhaltungsgeschäft für Kolonialwaren, das dann von Jacob Wilhelm Haniel und nach seinem Tod von seiner Frau Aletta Haniel, geborene Noot, als Spedition weitergeführt wurde. Im Jahr 1802 wurden die beiden Söhne zu Teilhabern des Unternehmens. 1809 wurden die Anteile dann unter den Brüdern aufgeteilt. Das Kommissionsgeschäft und die Spedition gingen an Franz Haniel und wurden fortan unter seinem Namen geführt. Im Laufe unserer Führung erfuhren wir, dass durch eine geschickte „Heiratspolitik“ der Familie Konkurrenten aus dem In- und Ausland an die Familie gebunden wurden und damit nicht mehr als Wettbewerber auftreten konnten.

 

Heute sind die ehemaligen Büros und Wohnräume Bestandteil des Museums. Sehr beeindruckend sind die Büroräume mit den säuberlich von Hand geschriebenen Kassenbüchern und den damaligen Büroausstattungen. Dazu sagte uns die Führerin, dass man die fehlenden Kassenbücher bei der Beseitigung der Schäden nach dem zweiten Weltkrieg wiedergefunden hatte und damit die Bücher vollständig vorhanden sind. Die Vitrinen der Wandschränke enthalten Fachbücher aus der damaligen Zeit, an denen Franz Haniel sehr interessiert war, um sich entsprechend weiterzubilden und zu informieren, aber auch die Bibel und andere religiöse Schriften.

 

Die Führung ging dann weiter durch verschiedene Wohnräume, wobei auch die weitere Familiengeschichte des Hauses Haniel erläutert wurde. Dabei erfuhren wir auch, dass sich die Geschäftstätigkeit hauptsächlich auf den Bergbau, die Montanindustrie und die Binnenschifffahrt erstreckte. Dabei ist im Bereich der Montanindustrie vor allem das Oberhausener Unternehmen „Gutehoffnungshütte“ (GHH) zu nennen. Dieses Unternehmen entstand aus dem Zusammenschluss der beiden Eisenhütten „St. Anthony“ in Osterfeld und „Neu-Essen“ im Reichsstift Essen. Einige Jahre später wurde dann noch die Hütte „Gutehoffnung“ in Sterkrade angekauft. Die Gutehoffnungshütte leistete mit dem Bau von Dampfmaschinen, Dampfschiffen, Lokomotiven, Schienen und Brücken einen wichtigen Beitrag zur Industrialisierung des Ruhrgebiets. Anders als Krupp in Essen war das Unternehmen nicht in die Rüstungsindustrie eingebunden, was der GHH nach dem zweiten Weltkrieg zugute kam und damit die schnelle Wiederaufnahme des Betriebes nach Kriegsschluss ermöglichte.

 

Inzwischen hat sich das Unternehmen von diesen Bereichen vollständig getrennt. Zuletzt wurde die Binnenschifffahrtsreederei im Jahr 2002 an ein südafrikanisches Unternehmen veräußert. Heute ist Haniel in verschiedenen Geschäftsbereichen sowie in Finanzbeteiligungen tätig.

 

Sehr beeindruckend war auch das Büro von Johann Wilhelm Welker, der 1917 erster Generaldirektor der neu gegründeten Franz Haniel & Cie. GmbH wurde. Aus dieser Tätigkeit schied er erst 1944 im Alter von 75 Jahren aus. Es wird berichtet, dass seine Berufung in konservativen Ruhrorter Kreisen anfangs wohl einiges Befremden auslöste, weil Haniel als namhaftes Unternehmen mit protestantischer Historie eine solche herausragende Stelle mit einem Katholiken besetzte. Den Nationalsozialisten stand Welker reserviert bis ablehnend gegenüber. Er verstand es, die Firma weitgehend von deren Einfluss freizuhalten. Als einziger Handelskammervorsitzender in Deutschland war er auch nicht Mitglied der NSDAP.

 

Auf dem eingangs erwähnten historischen Speicher endete der sehr anschauliche und informative Rundgang durch das Haus.

 

Der Besuch des Haniel-Museums als eine private Einrichtung ist vorrangig den Mitarbeitern und Gästen des Unternehmens vorbehalten. Der Besuch von auswärtigen Gruppen ist dabei nicht vorgesehen. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle bei Walter Dohlen herzlich bedanken, der uns durch seine Kontakte zur Familie Welker und dadurch zur Leitungsebene von Haniel diese interessante Führung durch das Museum erst möglich machte.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Bonn am 25. Oktober 2022

 

 

Unsere Fahrt nach Bonn am 25. Oktober wurde dieses Mal sehr kurzfristig beschlossen. Ungeachtet der kurzen Vorbereitung  machten wir uns an diesem sonnigen Herbstmorgen mit 17 Netzwerkern auf den Weg.

 

Durch eine beträchtliche Verspätung der S-Bahn zum Duisburger Hauptbahnhof mussten wir direkt befürchten, den Anschluss an den  Regionalexpress nach Bonn zu verpassen. An dieser Stelle möchten wir dem freundlichen Zugbegleiter von National Express ein herzliches Dankeschön sagen, der es möglich machte, dass wir seinen Zug trotz der verspäteten S-Bahn und einer kurzfristigen Gleisänderung dennoch erreichten und so wie vorgesehen in Bonn eintreffen konnten.

 

Unser erstes Ziel in Bonn war wieder das Haus der Geschichte mit seiner ständigen Ausstellung über die politische und kulturelle Geschichte unseres Landes seit 1945. Bei unseren früheren Besuchen hatten wir dort immer eine Führung durch die verschiedenen Ausstellungen gebucht gehabt. Schon damals war im Anschluss daran wiederholt der Wunsch geäußert worden, an der einen oder anderen Stelle länger verweilen zu können. Jetzt konnten wir die Gelegenheit wahrnehmen, beim Rundgang durch das Haus die Erläuterungen zu den Exponaten mittels Audioguide abzurufen und damit je nach Interesse individuell an den einzelnen Stationen zu verweilen. Dennoch waren wir uns hinterher einig, dass man mehrere Tage bräuchte, um einen umfassenden Überblick zu gewinnen.

 

Danach ging es weiter in die Bonner Innenstadt, die nach einer Stärkung in einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants auf eigene Faust erkundet werden konnte. Das spätsommerliche Wetter mit seinen warmen Temperaturen lud noch zu einem Spaziergang durch die Stadt ein, vorbei an den Geschäften und gut besuchten Straßencafés. Lediglich die Weihnachtsdekoration, die bereits in einigen Schaufenstern zu sehen war, wollte nicht so recht dazu passen.

 

Bei der Rückfahrt wurde einhellig die Meinung geäußert, dass Bonn immer wieder einen Besuch wert ist . Und so wurde der Vorschlag gemacht, im nächsten Jahr nochmals dorthin zu fahren und dann diesen Ausflug vielleicht mit einem Abstecher nach Königswinter oder Röhndorf zu verbinden. Diesen Vorschlag werden wir gerne in unsere Jahresplanung für das Jahr 2023 aufnehmen.

 

 

Text und Bilder: Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Cochem am 20. September 2022

 

 

Eine Fahrt nach Cochem an der Mosel hatten wir bereits seit längerem ins Auge gefasst. So beschlossen wir für den 20. September 2022, dieses Vorhaben endlich zu verwirklichen. Da die Bahnfahrt nach Cochem derzeit sehr zeitaufwändig sein kann und weil auch ein Abstecher über das Kloster Maria Laach vorgesehen war, hatten wir wieder einen Bus gechartert. Und da diese Fahrt sehr gefragt war, blieben bei insgesamt 42 Teilnehmern nur wenige Plätze im Bus frei.

 

Alle Teilnehmer hatten sich pünktlich am Platz vor der Jesus-Christus-Kirche eingefunden, so dass sich der Bus wie vorgesehen um 8.00 Uhr in Bewegung setzen konnte. Unterwegs erhielt unser Fahrer die Information, dass es auf der ursprünglich vorgesehenen Strecke wegen eines Unfalls zu einem Stau mit längeren Wartezeiten kommen könnte. Er entschied sich deshalb, einen Umweg über Bonn zu nehmen. In Bonn fuhren wir dann durch das ehemalige Botschaftsviertel. Weiter ging es am Siebengebirge vorbei über Remagen bis nach Brohl. Währenddessen stellte uns unser Fahrer auch einige am Weg liegende Ausflugsziele vor. Im Brohl bogen wir ab, fuhren neben der Strecke der Brohltalbahn, einer meterspurigen Schmalspurbahn, entlang (die vielleicht auch einmal ein Ziel für einen Ausflug sein könnte) und erreichten trotz des Umwegs nach etwa 2 Stunden unser erstes Ziel, die Benediktinerabtei Maria Laach. Dort konnten wir uns in den zugänglichen Bereichen des Klosters umsehen und insbesondere die beeindruckende romanische Klosterkirche besichtigen.

 

Danach ging es zu unserem eigentlichen Ziel Cochem weiter, wo wir nach einer Fahrt von etwa 45 Minuten ankamen. Dort gab es die Gelegenheit, zunächst einmal das Mittagessen einzunehmen oder uns in der Stadt umzusehen. Dabei wurde uns eindrücklich klar, warum bei der Vorbereitung der Fahrt die örtliche Tourist-Information davon gesprochen hatte, dass um diese Zeit Hauptsaison in Cochem ist: Die Stadt war voll mit Besuchern.

 

Für den Nachmittag hatten wir dann eine einstündige Panoramafahrt per Schiff auf der Mosel gebucht. Zunächst ging es flussaufwärts an der Reichsburg, einem Wahrzeichen Cochems, an Weinbergen und kleineren Ortschaften vorbei. Dann wendete das Schiff, und nachdem wir wieder die Stadt passiert hatten, konnten wir einen beeindruckenden Ausblick auf das Panorama der Stadt mit der Reichsburg im Hintergrund genießen. Während der Fahrt wurde uns Cochem und seine Geschichte bis in die Neuzeit erklärt. Cochem war wohl schon zu Zeiten der Kelten und der Römer besiedelt. Eine urkundliche Erwähnung gab es bereits um das Jahr 1000. Cochem war Reichsgut und wurde im Jahr 1294 an das Erzbistum Trier verpfändet, in dessen Eigentum es bis zur Besetzung durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1794 blieb. Nach dem Wiener Kongress wurde die Stadt dem Königreich Preußen zugeordnet und in die preußische Rheinprovinz eingegliedert. Im zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Altstadt sowie die Moselbrücke zerstört. Seit 1946 gehört Cochem zu dem damals neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz.

 

Nachdem unser Schiff wieder angelegt hatte, war bis zur Rückfahrt noch genügend Zeit, noch einmal durch die Stadt zu bummeln oder auch bei einem Cafébesuch den Ausflug ausklingen zu lassen.

 

Trotz des Feierabendverkehrs verlief die Rückfahrt ebenfalls ohne jegliche Probleme, so dass wir kurz vor 20.00 Uhr bereits wieder in Duisburg ankamen. Erfreulicherweise meinte es auch das Wetter gut mit uns, so dass wir insgesamt wieder auf eine schöne und gelungene Fahrt zurückblicken können.

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Reinhard Lorenz, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Minden am 16. August 2022

 

Unsere erste größere Fahrt als Netzwerkgruppe führte uns im Juli 2015 nach Minden. Jetzt wurde bei einem unserer letzten Stammtische der Wunsch geäußert, nochmals dorthin zu fahren. Bei der Vorbereitung zu dieser Fahrt hatten wir beschlossen, anstelle einer Stadtführung eine Schifffahrt über das größte Doppel-Wasserstraßenkreuz der Welt auf dem Mittellandkanal und der Weser zu unternehmen. Diese Fahrt sollte eigentlich am Anleger an der Weserpromenade starten, wo auch 2015 unsere Fahrt auf der Weser zur Porta Westfalica begonnen hatte. Leider machte uns aber die lang anhaltende Trockenheit einen Strich durch die Planung. Anstelle einer Bestätigung unserer Voranmeldung erhielten wir die Mitteilung der Schifffahrtsgesellschaft, dass die Edertalsperre die Wassereinspeisung für die Weser einstellen und dadurch deren Wasserstand erheblich absinken würde. Deshalb müsste auch die Personenschifffahrt teilweise eingestellt werden. Stattdessen sollte die für uns zeitlich passende Kanal-Weser-Rundfahrt an der Schachtschleuse beginnen, die von der Innenstadt mit dem Linienbus erreichbar ist. Diese Alternative fand allgemeine Zustimmung, und so machten wir uns am 16. August mit 17 Netzwerkern auf den Weg.

 

Da die Schulferien in NRW bereits beendet waren, hielt sich der Andrang durch das 9-Euro-Ticket in Grenzen, so dass wir im Regionalexpress nach Minden problemlos genügend Plätze fanden. Der Zug fuhr auch fast pünktlich in Duisburg ab, wurde aber unterwegs mehrmals außerplanmäßig angehalten und umgeleitet, so dass wir mit beinahe 50 Minuten Verspätung in Minden ankamen. So blieb uns zur Abfahrt zur Schachtschleuse leider nicht so viel Zeit wie ursprünglich vorgesehen, um uns in der Stadt umzusehen.

 

Um 14.00 Uhr begann dann unsere Schifffahrt mit der M/S „Europa“. Auf dem offenen Oberdeck war das warme, sonnige Wetter recht gut erträglich. Zuerst fuhren wir auf den Mittellandkanal und überquerten die Weser auf der alten Kanalbrücke, die heute nur noch von der Sport- und der Fahrgastschifffahrt genutzt wird. Über die neue Kanalbrücke ging es zurück in Richtung Schleuse. Der Bau der neuen Kanalbrücke hatte sich seinerzeit als notwendig erwiesen, weil die alte Brücke für die größer gewordenen Schiffe nicht mehr ausreichend war. Danach fuhren wir in die neue Weserschleuse ein. Dabei bekamen wir vom Schiffsführer deren Funktion gut und verständlich erklärt. Über 13 Meter wurden wir dann auf das Niveau der Weser abgesenkt. Es war sehr beeindruckend, wie sich danach das große Schleusentor öffnete und unser Schiff auf die Weser entlassen wurde. Dort unterquerten wir die beiden Kanalbrücken, fuhren an der historischen Fischerstadt vorbei bis zur Weserpromenade, wo das Schiff wendete und es dann mit einer ebenfalls beeindruckenden Bergschleusung wieder zurück zum Anleger Schachtschleuse ging. Nach 2 Stunden war unsere sehr interessante Schifffahrt beendet.

 

Die Mindener Fahrgastschifffahrt ist offensichtlich für den Tourismus in der Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Da jedoch nicht alle Fahrgäste mit dem Reisebus oder dem privaten PKW anreisen, sollte die Anlegestelle auch gut mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Von der Innenstadt aus ist das ohne weiteres möglich. Es wäre jedoch wünschenswert, auch für die Rückfahrt den Busfahrplan mit der Schifffahrtsgesellschaft abzustimmen. Hier fährt der Bus nur im Stundentakt, und zwar wenige Minuten später, nachdem das Schiff wieder angelegt hat, und ist damit nicht zu erreichen. So verlängert sich der Aufenthalt um etwa eine Stunde. Es gibt wohl neben der Anlegestelle auch ein zur Fahrgastschifffahrt gehörendes Bistro, dessen Besuch in deren Prospekt empfohlen wird. Allerdings hatten wir dort den Eindruck, dass die Bedienung bei unserer größeren Gruppe entweder überfordert war oder angesichts der hohen Temperaturen und ihrem absehbaren Feierabend lustlos wirkte. Auch wenn keine Bestellungen für das Essen mehr angenommen wurden, bekamen wir dennoch unsere bestellten Getränke. So blieb uns nur die Möglichkeit, uns vor der Rückfahrt am Bahnhof mit Verpflegung zu versorgen.

 

Auch wenn sich die Bahn dieses Mal nicht von ihrer zuverlässigen Seite gezeigt hatte und der Öffentliche Personennahverkehr in Minden etwas verbesserungswürdig erscheint, war es dennoch ein schöner und interessanter Ausflug

 

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Zons am 5. Juli 2022

 

 

Die kleine Stadt Zons am Rhein gegenüber von Düsseldorf-Urdenbach ist als beliebtes Nahausflugsziel bekannt. So hatten auch wir beschlossen, dieser Stadt am 5. Juli einen Besuch abzustatten. Auch wenn der öffentliche Nahverkehr durch das 9-Euro-Ticket in den Ferienmonaten allgemein großen Zuspruch fand, gab es für unsere Gruppe von 26 Netzwerkern keine Probleme, in den Zügen von Duisburg bis Nievenheim genügend Platz zu finden. Lediglich für das letzte Teilstück vom S-Bahnhof Nievenheim nach Zons fanden wir nicht sofort die richtige Bushaltestelle, was aber an den fehlerhaften Haltestellenangaben auf der Homepage des VRR lag, die in diesen Tagen des öfteren zu finden waren.

 

Von der Zielhaltestelle in Zons bis zur historischen Altstadt waren es nur wenige Schritte. Direkt am Eingang befindet sich der Schweinebrunnen. Dieser Brunnen wurde 1959 nach dem Entwurf eines Düsseldorfer Bildhauers errichtet und erinnert an die Zonser „Schweinefehde“. Damit ist der Raub der Zonser Schweineherde durch die Soldaten des Kölner Erzbischofs im Jahr 1577 im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem Kölner Domkapitel gemeint, dem Zons in dieser Zeit verpfändet war. Die Zonser wehrten sich aber mit Erfolg, Auch wenn sie nicht ihre Schweine zurückerhielten, bekamen sie jedoch den Gegenwert in Geld. Die zum Brunnen gehörenden fünf Bronzeschweine wurden später ergänzend aufgestellt. Die Tiere sorgten bei einigen unserer Teilnehmerinnen für große Heiterkeit und wurden direkt zu Reittieren umfunktioniert.

 

Nachdem wir uns in der Mittagstunde gestärkt hatten, begann am Platz vor dem Rheintor unsere Stadtführung. Zunächst erhielten wir eine kurze Einführung in die Stadtgeschichte. Zons gehörte im Mittelalter zum Erzbistum Köln und war eine kurkölnische Zollstatte. Die Zugehörigkeit zu Köln endete im Jahr 1794, als französische Revolutionstruppen die Stadt besetzten. In der Folgezeit war Zons französisches Gebiet und kam 1815 nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Durch die kommunale Neuordnung von 1975 verlor Zons seine Eigenständigkeit und ist seitdem ein Stadtteil von Dormagen, was allerdings bis heute nicht allen Bürgern der Stadt gefällt.

 

Danach begann unser Stadtrundgang. Zons ist eine der wenigen alten Städte mit einer gut erhaltenen Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert und wird deshalb auch gerne als das „Rothenburg des Rheinlands“ bezeichnet. Unser Weg führte von Rheintor an der Stadtmauer mit ihren Wachtürmen entlang, die als „Pfefferbüchsen“ bezeichnet werden. Unterwegs machte uns der Stadtführer auf eine Hausnummer aufmerksam, die uns sofort an die frühere Fernsehwerbung von 4711 erinnerte. Da Zons im ausgehenden 18. Jahrhundert zu Frankreich gehörte, wurden auch hier auf Anweisung Napoleons die Häuser durchgehend nummeriert. Und so wurde hier ebenso wie seinerzeit in Köln den Hausnummern der für Napoleon stehende Buchstabe „N“ vorangestellt. Unser Weg führte uns weiter zur Burg Friedestrom, die heute zum Kulturzentrum ausgebaut wird, und zur historischen Windmühle, die früher auch Teil der Stadtbefestigung war. Dann ging es am Juddeturm mit seiner markanten Barockhaube vorbei, dessen Name wohl auf ein gleichnamiges Kölner Patriziergeschlecht zurückzuführen ist, zur Kirche St. Martinus. Diese Kirche wurde für eine in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts abgebrochene spätgotische Kirche errichtet. Wie uns der Stadtführer erzählte, wäre die alte Kirche und damit Zons beinahe neben Kevelaer ein zweiter Marienwallfahrtsort im Rheinland geworden. Der Hintergrund dafür war, dass es Mitte des 19. Jahrhunderts in der Stadt eine große Mäuseplage gab, der man nicht Herr werden konnte. Deshalb wurden Bittgottesdienste abgehalten. Bei einem dieser Gottesdienste fiel der Überlieferung zufolge ein Lichtstrahl durch ein Buntglasfenster auf die Marienstatue, und von da an war die Plage beendet. Viele Bürger der Stadt betrachteten dieses als ein Wunder. Die Erzdiozöse Köln stellte entsprechende Untersuchungen an und kam zu dem Entschluss, dass es sich um kein Wunder handelte.

 

Am Schweinebrunnen, der uns bereits zu Beginn unseres Besuches viel Spaß bereitet hatte, endete dann unsere Stadtführung. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es der Stadtführer auch hier verstanden hat, uns seine Stadt lebendig und interessant zu vorzustellen.

 

Bis zur  Rückfahrt hatten wir noch ausreichend Gelegenheit, die kleine Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Und die eine oder andere Einkaufstüte, die einige Damen danach mit sich führten, ließ vermuten, dass das Angebot der Geschäfte ihre Zustimmung gefunden hatte.

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Rosemarie Fritzen, Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze

 

Fahrt auf der Ruhr von Mülheim nach Kettwig am 3. Mai 2022

 

 

Für den 3. Mai 2022 hatten die Meteorologen eigentlich einige wenige Sonnenstunden und ansonsten durchwachsenes Wetter vorausgesagt. Entgegen dieser Prognose schien die Sonne bereits am frühen Morgen von einem strahlend blauen Himmel, und auch die Temperaturen waren durchaus der Jahreszeit angepasst.

 

Bei diesen idealen Witterungsbedingungen bestiegen wir an diesem Tag mit 27 Mitgliedern unserer Reisegruppe am Wasserbahnhof in Mülheim das Fahrgastschiff „Friedrich Freye“ der Weißen Flotte  zu einer Fahrt auf der Ruhr nach Kettwig. Und bei dem schönen Wetter war es dann auch möglich, die Fahrt auf dem offenen Achterdeck zu genießen. Wie man den Gesprächen entnehmen konnte, war das Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig etlichen von uns durch frühere Ausflüge, Wanderungen oder auch Radtouren bekannt. Und als wir an einem Campingplatz vorbeifuhren, auf dem man in farbenfrohen umgebauten Bauwagen nächtigen kann, stellten wir fest, dass dieser Platz bereits schon einmal in der WDR-Sendung „Wunderschön“ vorgestellt worden war.

 

Nach etwa 50 Minuten waren wir in der kleinen, ehemals selbständigen, Stadt Kettwig angekommen, dessen Altstadt auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Von der Brücke am Mühlengraben, die direkt hinter der Anlegestelle liegt, konnten wir den Panoramablick bis hinauf zur evangelischen Marktkirche genießen. An diesem Mühlengraben befand sich im 14. Jahrhundert wohl bereits eine erste Kornmühle. Und wenn man den historischen Berichten Glauben schenken darf, wurde um diese Zeit in Kettwig sogar Wein für die Äbte des Klosters in Werden angebaut. Später wurde Kettwig als Tuchmacherstadt reich, woran heute der Tuchmacherplatz mit einer modernen Bronzeskulptur erinnert.

 

Nachdem wir die Brücke am Mühlengraben überquert hatten, befanden wir uns unmittelbar in der Altstadt, die als eines der schönsten Fachwerkensembles im Ruhrgebiet gilt. Und nach einem kurzen, wenn auch etwas anstrengenden, Weg gelangten wir über die aufsteigende Kirchtreppe hinauf zu der Marktkirche, die sich über dem Ortskern erhebt. Dort angekommen, steuerten wir zunächst ein Lokal an, in dem wir unser Mittagessen im Freien genießen konnten. Weil außer uns noch etliche andere Ausflügler das schöne Wetter genutzt hatten, mussten wir wohl etwas länger auf unsere Bestellungen warten, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat.

 

Bis zu unserer Rückfahrt gab es dann noch genügend Möglichkeiten, sich innerhalb der Stadt umzusehen. Und wie man feststellen konnte, gab es dort nicht nur etliche Lokale und Cafés, sondern auch Geschäfte mit diversen Einkaufsmöglichkeiten, die insbesondere bei den mitgereisten Damen einen positiven Eindruck hinterließen.

 

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

Unsere Fahrt nach Osnabrück am 31. Mai 2022

 

 

Am 31. Mai trafen wir uns mit 18 Netzwerkern zu einer Fahrt in die Friedensstadt Osnabrück. Die Meteorologen hatten für diesen Tag zwar nicht gerade trockenes Wetter angekündigt, aber wir blieben dennoch optimistisch. Und damit wir lagen richtig. Während es bei unserer Abfahrt in Duisburg noch regnete, wurde es ab dem Münsterland zunehmend trockener. Als wir dann in Osnabrück ankamen, gab es nur noch eine leichte Wolkendecke, die sich bis zum Nachmittag auflöste, so dass wir einen schönen Frühsommertag genießen konnten.

 

Infolge einer unvorhergesehenen Verzögerung verpassten wir zwar am Osnabrücker Hauptbahnhof unseren Anschluss zum dortigen Altstadtbahnhof, weshalb wir einen längeren Fußweg zu unserem eigentlichen Ziel in Kauf nehmen mussten. Dadurch lernten wir jedoch die Geschäftsstraßen in der Innenstadt kennen. Bei dieser Gelegenheit stellten wir immer wieder fest, dass es gelungen war, auch diesen Teil der Fußgängerzone attraktiv zu gestalten.

 

Für den Nachmittag hatten wir eine Stadtführung gebucht, die am Rathaus begann. Osnabrück wird neben Münster auch als Stadt des Westfälischen Friedens bezeichnet. Wie allgemein bekannt ist, fanden in Münster und Osnabrück die Verhandlungen zur Beendigung des 30-jährigen Krieges statt, wobei Münster der Tagungsort der katholischen Seite war, während die Gesandten der evangelischen Parteien in Osnabrück tagten. Dementsprechend begann die Führung auch im Friedenssaal des Rathauses, in dem im Jahr 1648 der Friedensschluss besiegelt wurde.

 

Nach dem Friedensschluss wurde zur Klärung der kirchlichen und weltlichen Verhältnisse in Osnabrück das Jahr 1624 als sogenanntes Normaljahr festgelegt. Das bedeutete, dass alle Kirchen wie beispielsweise die beiden großen Stadtkirchen St. Marien und St. Katharinen, an denen im Jahr 1624 evangelische Prediger tätig waren, weiterhin evangelisch blieben. Die gleiche Regelung galt auch für katholische Kirchen.

 

Weiterhin gab es eine Sonderregelung für die weltliche Seite. Da sich im Hochstift Osnabrück weder die Reformation vollständig durchsetzen konnte noch die Versuche einer Rekatholisierung Erfolg hatten, konnte man das Gebiet als einen konfessionellen Flickenteppich betrachten. Deshalb wurde vereinbart, dass von nun an katholische und evangelische Fürstbischöfe abwechselnd die Herrschaft über das Bistum ausübten. Die katholischen Fürstbischöfe wurden wie bisher vom Domkapitel gewählt, während die evangelischen Landesherren aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg kamen. Die konfessionelle Zugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Diese Regelung hatte bis zur Säkularisierung der geistlichen Besitztümer im Jahr 1803 Bestand. Weil der letzte Fürstbischof evangelisch war, kamen das Hochstift und die Stadt an das Kurfürstentum Hannover. Wie uns der Stadtführer erklärte, war diese Zugehörigkeit wohl auch mit einer der ausschlaggebenden Punkte, dass im Zuge der politischen Neugestaltung nach dem zweiten Weltkrieg Osnabrück als eigentlich westfälische Stadt dem Bundesland Niedersachsen zugeordnet wurde.

 

Nach einem kurzen Besuch der St. Marien-Kirche mit ihrem sehenswerten Flügelaltar setzten wir unseren Stadtrundgang fort. Osnabrück hatte durch die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs stark gelitten, jedoch war es beim Wiederaufbau gelungen, auch einiges von der historischen Bausubstanz der Altstadt zu erhalten. Das Ziel unserer Stadtführung war der Dom. Dort fielen uns sofort die beiden ungleichen Türme der Westfassade auf. Unser Stadtführer erklärte den Unterschied damit, dass es zu Beginn des 16. Jahrhunderts dem Bischof nicht gefiel, dass der Turm der Bürgerkirche St. Katharinen, der mit 103,5 Metern Höhe auch heute noch der höchste Kirchturm in Niedersachsen ist, die Domtürme überragte. Deshalb wurde der südliche der beiden romanischen Türme abgetragen und durch einen gotischen mit einer hohen Spitze ersetzt, womit aus Sicht des Bischofs die Ordnung wohl wieder hergestellt war (Anmerkung: Auf Wikipedia ist auf einem Stich von Merian aus dem Jahr 1647 der Dom mit den beiden unterschiedlich hohen Türmen zu sehen). Später erhielt der Turm anstelle der gotischen Spitze eine Barockhaube, die allerdings durch die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs verloren ging. Nach einer kurzen Besichtigung des Doms und seinem romanischen Kreuzgang endete unsere wieder einmal sehr interessante Stadtführung.

 

Bis zur Abfahrt ergab sich dann noch die Gelegenheit, sich ein wenig in der Stadt umzusehen oder auch im Gartenbereich eines Cafés den sonnigen Tag zu genießen.

 

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze

 

 

Fahrt auf der Ruhr von Mülheim nach Kettwig am 3. Mai 2022

 

 

Für den 3. Mai 2022 hatten die Meteorologen eigentlich einige wenige Sonnenstunden und ansonsten durchwachsenes Wetter vorausgesagt. Entgegen dieser Prognose schien die Sonne bereits am frühen Morgen von einem strahlend blauen Himmel, und auch die Temperaturen waren durchaus der Jahreszeit angepasst.

 

Bei diesen idealen Witterungsbedingungen bestiegen wir an diesem Tag mit 27 Mitgliedern unserer Reisegruppe am Wasserbahnhof in Mülheim das Fahrgastschiff „Friedrich Freye“ der Weißen Flotte  zu einer Fahrt auf der Ruhr nach Kettwig. Und bei dem schönen Wetter war es dann auch möglich, die Fahrt auf dem offenen Achterdeck zu genießen. Wie man den Gesprächen entnehmen konnte, war das Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig etlichen von uns durch frühere Ausflüge, Wanderungen oder auch Radtouren bekannt. Und als wir an einem Campingplatz vorbeifuhren, auf dem man in farbenfrohen umgebauten Bauwagen nächtigen kann, stellten wir fest, dass dieser Platz bereits schon einmal in der WDR-Sendung „Wunderschön“ vorgestellt worden war.

 

Nach etwa 50 Minuten waren wir in der kleinen, ehemals selbständigen, Stadt Kettwig angekommen, dessen Altstadt auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Von der Brücke am Mühlengraben, die direkt hinter der Anlegestelle liegt, konnten wir den Panoramablick bis hinauf zur evangelischen Marktkirche genießen. An diesem Mühlengraben befand sich im 14. Jahrhundert wohl bereits eine erste Kornmühle. Und wenn man den historischen Berichten Glauben schenken darf, wurde um diese Zeit in Kettwig sogar Wein für die Äbte des Klosters in Werden angebaut. Später wurde Kettwig als Tuchmacherstadt reich, woran heute der Tuchmacherplatz mit einer modernen Bronzeskulptur erinnert.

 

Nachdem wir die Brücke am Mühlengraben überquert hatten, befanden wir uns unmittelbar in der Altstadt, die als eines der schönsten Fachwerkensembles im Ruhrgebiet gilt. Und nach einem kurzen, wenn auch etwas anstrengenden, Weg gelangten wir über die aufsteigende Kirchtreppe hinauf zu der Marktkirche, die sich über dem Ortskern erhebt. Dort angekommen, steuerten wir zunächst ein Lokal an, in dem wir unser Mittagessen im Freien genießen konnten. Weil außer uns noch etliche andere Ausflügler das schöne Wetter genutzt hatten, mussten wir wohl etwas länger auf unsere Bestellungen warten, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat.

 

Bis zu unserer Rückfahrt gab es dann noch genügend Möglichkeiten, sich innerhalb der Stadt umzusehen. Und wie man feststellen konnte, gab es dort nicht nur etliche Lokale und Cafés, sondern auch Geschäfte mit diversen Einkaufsmöglichkeiten, die insbesondere bei den mitgereisten Damen einen positiven Eindruck hinterließen.

 

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

Besuch des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg-Ruhrort
am 23.März 2022

 

 

Am 23. März 2022 besuchten wir mit 20 Netzwerkern das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg-Ruhrort. Das Museum wurde 1974 durch die „Gesellschaft zur Förderung des Museums Der Deutschen Binnenschiffahrt“ gegründet. Im selben Jahr konnte die Gesellschaft auch das Museumsschiff „Oskar Huber“, das heute an der Ruhrpromenade in Duisburg-Ruhrort vor Anker liegt, erwerben. 1979 erfolgte der Einzug der ersten Sammlung in das alte Ruhrorter Rathaus. Im Jahr 1998 erfolgte dann der Umzug in das ehemalige Hallenbad, durch dessen Größe die zahlreichen Exponate besser zur Geltung kommen.

 

Das Museum bietet einen Überblick über die Geschichte der Schifffahrt, eigentlich von der Steinzeit angefangen bis in die Gegenwart. So kann man unter anderem neben verschiedenen Original-Ausstellungsstücken auch detailgetreue Modelle von Schiffen sowie von Hafen und Werftanlagen besichtigen.

 

Dabei wird gleichzeitig die große wirtschaftliche Bedeutung der Rheinschifffahrt aufgezeigt. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt gab es auf dem Rhein auch einen beträchtlichen Personenverkehr, der aber später zugunsten der Eisenbahn zurückging. Viele Passagiere waren Auswanderer, die sich vor allem in Amerika ein besseres Leben versprachen. In diesem Zusammenhang ist die „Rhein-Dampfschiffahrt Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft“ zu nennen, die unter dem heutigen Namen „Köln-Düsseldorfer“ vor allem Ausflugsfahrten anbietet.

 

Seit jeher war auch der Transport von Gütern auf dem Wasserweg von großer Bedeutung. Mit der Dampfschifffahrt kamen die Schleppzüge auf, die aus einem Dampfschiff als Schlepper und bis zu 8 Schleppkähnen bestanden. Einige von uns konnten sich noch daran erinnern, solche Schleppzüge in ihrer Jugend gesehen zu haben. Mit der Möglichkeit, die Lastkähne mit Dieselmotoren zu Selbstfahrern umzurüsten, kam dann das Ende der Schleppzüge. Heute ist die Schubschifffahrt, mit der von einem Schubboot bis zu 6 antriebslose Schubleichter befördert werden können, weit verbreitet.

 

Das Museum zeigt ferner Gegenstände aus dem Leben der Binnenschiffer sowie auch das Innere einer Ruhrorter Kneipe. Wie wir während unserer sehr interessanten Führung erfuhren, waren diese Kneipen durchaus eine Art sozialer Anlaufpunkt, die mitunter sogar als Adresse für die Post der Schiffer dienten.

 

Wie bereits anfangs erwähnt, befindet sich das heutige Museum in einem ehemaligen Hallenschwimmbad. In dem Becken der sogenannten Herrenschwimmhalle ist die holländische Tjalk „Goede Verwachting“ zu sehen, ein mit gehissten Segeln ausgestatteter Frachtensegler aus dem Jahr 1913. In der früheren Damenschwimmhalle gibt es einen begehbaren Nachbau eines Binnenschiffs, der als Spielschiff, z. B. für Schulklassen oder heute auch für Kindergeburtstage, sowie als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Im Innenhof des Museums kann noch ein früherer Bilgenentöler besichtigt werden, der in der Binnenschifffahrt Ölabfälle von Motorschiffen eingesammelt und entsorgt hat.

 

Nach dem Museumsbesuch schloss sich ein kurzer Spaziergang in das Zentrum von Ruhrort an, wo wir die Fahrt mit einer gemütlichen Kaffeerunde abschlossen.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Manfred Winkler

Fahrt zum Parkleuchten im Grugapark Essen am 1. März 2022

 

 

Nach einer Corona-bedingten Zwangspause konnte in diesem Jahr wieder das Parkleuchten in der Essener Gruga stattfinden. Diese Veranstaltung hatten wir bereits in den vergangenen Jahren einige Male besucht, und wir waren immer wieder davon begeistert gewesen. Deshalb beschlossen wir, auch in diesem Jahr wieder nach Essen zu fahren. Leider hatten wenige Tage zuvor zwei kurz aufeinander folgende Tiefdruckgebiete mit heftigem Sturm große Schäden angerichtet, und es war davor gewarnt worden, Wälder und Parkanlagen in den nächsten Tagen zu betreten. Auch der Essener Grugapark war davon betroffen gewesen. Deshalb mussten wir die Fahrt um eine Woche verschieben und machten uns dann am 1. März mit einer kleineren Gruppe von 11 Teilnehmern auf den Weg. Erfreulicherweise meinte es das Wetter dieses Mal wesentlich besser mit uns.

 

Die Lichtkünstler hatten sich auch in diesem Jahr wieder etliches Neues einfallen lassen, und wir konnten zusammen mit vielen anderen Besuchern die bunte leuchtende Parklandschaft auf uns wirken lassen. Mit den beigefügten Bildern möchten wir versuchen, dem Betrachter einen möglichst weiten Überblick zu vermitteln, und dennoch können wir nur einen kleinen Teil der vielfältigen Eindrücke wiedergeben.

 

Und so waren sich hinterher nicht nur die Hobbyfotografen unter uns einig, dass sich auch der diesjährige Besuch des Parkleuchtens wieder gelohnt hatte.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Rosie Fritzen, Manfred Winkler

Besuch der Ausstellung „UNSER LAND – 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“
in Düsseldorf am 25. Januar 2022

 

Für unsere erste Fahrt im neuen Jahr hatten wir einen Besuch der Ausstellung „UNSER LAND – 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ in Düsseldorf ausgewählt und uns am 25. Januar 2022 mit 19 Teilnehmern auf den Weg dorthin gemacht. Diese Ausstellung behandelt die Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen seit seiner Gründung im Jahr 1946 bis in die Gegenwart. Sie findet im Behrensbau, der ehemaligen Hauptverwaltung der Mannesmann-Röhrenwerke, statt. Da der Behrensbau von Vodafone, das im Jahr 2000 den Mannesmann-Konzern übernommen und zerschlagen hatte, nicht mehr benötigt wurde und deshalb leer stand, hat das Land Nordrhein-Westfalen das Gebäude übernommen. Es soll nach und nach zu einem Haus der Geschichte für das Land NRW ausgebaut werden. Dementsprechend ist die Ausstellung zur Landesgeschichte noch nicht vollständig und soll innerhalb der nächsten Jahre stetig erweitert werden.

 

Für unseren Besuch der Ausstellung hatten wir das Angebot des Veranstalters, eine Führung zu buchen, gern angenommen. So war es uns bei der Vielzahl der Exponate möglich, einen strukturierten Überblick über die Geschichte unseres Landes zu erhalten.

 

Zunächst erhielten wir durch unsere sehr gute Führerin einen Einblick in die Geschichte des Behrensbaus. Dieses Gebäude ist nach seinem Architekten Behrens benannt, und wir erfuhren, dass unter anderem auch Mies van der Rohe, der durch das Bauhaus in Dessau bekannt geworden ist, zu seinen Schülern gehörte.

 

Es ist weitestgehend bekannt, dass 1946 auf Anweisung der britischen Besatzungsmacht aus dem nördlichen Teil der ehemaligen preußischen Rheinprovinz und aus Westfalen das Land Nordrhein-Westfalen entstand. Was allerdings niemand von uns wusste, dass es bereits während der Weimarer Republik Bestrebungen zu einer Vereinigung der beiden Landesteile gab. Der Grund dafür war hauptsächlich, dass das Ruhrgebiet als Zentrum der deutschen Schwerindustrie verwaltungsmäßig vereinheitlicht werden sollte. Dieser Plan wurde jedoch nicht realisiert.

 

Im Jahre 1947 wurde Nordrhein-Westfalen noch durch das kleine Land Lippe Detmold erweitert. Lippe konnte damals jedoch auswählen, ob es zu Nordrhein-Westfalen oder zum Land Niedersachsen gehören wollte. Offensichtlich gab das Angebot von NRW, Detmold zum Sitz eines Regierungsbezirks zu machen, den Ausschlag.

Aus den gezeigten verschiedenen Entwürfen für ein Landeswappen ist deutlich erkennbar, wie sich die einzelnen Landesteile dargestellt wissen wollten. Schließlich wurde der Entwurf des Düsseldorfer Malers und Heraldikers Wolfgang Pagenstecher in überarbeiteter Form im Februar 1948 per Regierungserlass eingeführt.

 

Anfangs fehlten infolge der Kriegszerstörungen auch die geeigneten Räumlichkeiten für die Arbeit der Landespolitiker. So wurden unter anderem auch von der Düsseldorfer Firma Henkel Räume zur Verfügung gestellt, wie man an der Persil-Werbung auf einem Foto erkennen kann, das die Landespolitiker bei ihren Beratungen zeigt.

 

Ein größerer Teil der Ausstellung ist der Nachkriegszeit gewidmet. Es geht unter anderem darum, wie die größte Not in dieser Zeit gelindert werden kann. So ist die Predigt des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings am Silvesterabend 1946 in die Geschichte eingegangen, in der er legalisierte, dass man, um sich und seine Familie vor dem Verhungern und Erfrieren zu retten, auch das nehmen dürfte, was man durch Arbeit allein nicht bekommen kann. So machten die pragmatischen Kölner aus dem „Kohlenklau“ den Begriff des „Fringsens“.

Aber auch in den Grenzregionen blühte der Schmuggel. Da wurde von dem katholischen Pfarrer eines Eifeldorfs nahe der belgischen Grenze berichtet, der als Sühne einen Anteil der Schmuggelware für sich forderte, wenn ihm seine Gemeindeglieder beichteten, dass sie sich am Schmuggeln beteiligt hatten.

 

Thematisiert wird weiterhin die Eingliederung der Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Eine wesentliche Aufgabe ist dabei der Wiederaufbau sowie die Erstellung von Neubauwohnungen.

Dann geht es dabei auch um beträchtliche Gebietsabtretungen, die die Niederlande 1945 als Reparation beanspruchten. So wurden Teile von Norddeutschland bis nach Oldenburg, das Emsland, die Gebiete um Münster und Osnabrück sowie große Teile des Rheinlands gefordert. Diese Ansprüche, die aber auch in Holland nicht überall Zustimmung fanden, lehnten die westlichen Besatzungsmächte allerdings ab. Es fanden nur einige kleine Gebietsabtretungen statt, so das Gebiet um Elten, im Selftkant-Gebiet und in der Grafschaft Bentheim. Diese Gebiete wurden am 1. August 1963 wieder an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.

 

Ein weiteres wesentliches Thema in dem neuen Bundesland war die Schulpolitik. So setzte die von der CDU geführte Landesregierung die Einführung von Konfessionsschulen durch. Aus dieser Zeit waren Schulbücher sowohl für katholische als auch für evangelische Schulen mit konfessionsspezifischen Unterschieden ausgestellt. So gab es zu einem bestimmten Thema im Buch für katholische Schulen ein Marienbild, während in der gleichen Ausgabe für die evangelischen Schulen stattdessen die Wartburg abgebildet war mit dem Hinweis, dass Martin Luther dort einige Zeit verbracht hatte.

 

Das sich an die Nachkriegszeit anschließende Wirtschaftswunder ließ auch Nordrhein-Westfalen aufblühen. In diesen Zeiten wurde dabei die Mitbestimmung der Arbeitnehmer gefordert. In der Ausstellung ist zu sehen, wie für die Montanindustrie zwischen dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem Gewerkschaftsvorsitzenden Hans Böckler eine entsprechende Einigung erzielt wird. Da in diesen Zeiten der Vollbeschäftigung Arbeitskräfte knapp sind, werden zusätzliche Arbeitskräfte zunächst aus Italien, Spanien und Portugal angeworben, die sogenannten Gastarbeiter. Im Jahr 1964 wurde ein portugiesischer Arbeitnehmer als millionster „Gastarbeiter“ in Deutschland begrüßt und erhielt als Geschenk ein Moped, das auch zu sehen ist. Die Vermutung der damaligen Politik, dass diese Menschen in Deutschland einige Jahre arbeiten und dann zurück in ihr Heimatland gehen, hat sich nicht bestätigt. Viele sind geblieben und haben sich in Deutschland eine Existenz geschaffen.

 

In diesem Zusammenhang befasst sich die Ausstellung auch mit dem Strukturwandel in der Montanindustrie, wie z. B. den Zechenschließungen sowie dem am Ende vergeblichen Kampf der Beschäftigten um das Krupp-Hüttenwerk in Rheinhausen.

 

Leider kommen die Aussteller auch nicht umhin, sich mit verschiedenen extremen politischen Gruppierungen zu befassen. Da gibt es die Hetze gegen Asylbewerber („Das Boot ist voll“) und Anschläge gegen Zuwanderer wie den Brandanschlag in Solingen. Es bleibt in diesem Zusammenhang allerdings auch der glücklicherweise nicht gelungene Anschlag mit einer Nagelbombe in einem Regionalzug in Köln während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 nicht unerwähnt.

 

Abschließend behandelt die Ausstellung nochmals die wirtschaftliche Kraft von Nordrhein-Westfalen mit kleineren Schwerpunkten außerhalb des Ruhrgebiets.

 

Nach dem Rundgang waren wir uns durchweg einig, einen sehr interessanten Nachmittag verbracht zu haben. Einige werden sich sicher noch einmal auf den Weg machen und die Ausstellung, die noch bis August dieses Jahres geöffnet ist, nach eigenen Interessen besuchen.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Irmgard Monderkamp

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