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Berichte Städtereisen in der Woche

Besuch der Landesgartenschau in Neuss am 9.Juni 2026

 

Am 9. Juni besuchten wir mit 30 Netzwerkern die diesjährige Landesgartenschau in Neuss. Erfreulicherweise gab es bei dem öffentlichen Personennahverkehr keine nennenswerte Verspätung, so dass wir nach etwa einer Stunde Fahrzeit unser Ziel erreicht hatten. Auch mit dem Wetter konnte man sehr zufrieden sein; trotz der von den Meteorologen angekündigten zeitweisen Schauer konnten an diesem sonnigen Tag die vorsichtshalber mitgebrachten Regenschirme in den Taschen bleiben.

Die Landesgartenschau findet vom 16. April bis zum 11. Oktober auf dem Gelände der ehemaligen Galopprennbahn in Neuss statt. Dabei ist die Veranstaltung mehr als nur eine reine Blumenschau. Bei einem Rundgang wird den Besuchern gezeigt, dass ein Garten beispielsweise auch als Treffpunkt für ein gemütliches Beisammensein genutzt werden oder vielleicht ein Ort für Spiel und Spaß sein kann. Man findet natürlich auch etliche sehr schöne blühende Flächen, und das Eventzelt „Oase“ dient als Ausstellungsort für weitere Blumenschauen. In dem dazugehörenden Gartenmarkt wird „Inspiration zum Mitnehmen“ angeboten, wie Gartenmöbel, Pflanzen aus lokaler Züchtung sowie Wein, der nach den Worten des Veranstalters als Andenken an den Besuch der Landesgartenschau im eigenen Garten genossen werden kann. Daneben gibt es noch weitere Anlaufpunkte wie verschiedene Spielplätze oder eine Terrasse an einem künstlich angelegten See. Und wie wir feststellen konnten, ist auch ein anschließender Besuch in der nahegelegenen Neusser Innenstadt, in der verschiedentlich Bezug zur Landesgartenschau genommen wird, durchaus zu empfehlen.

Auf unserem Weg durch die Anlage hatten wir wohl den Eindruck, dass einige Beete bei näherem Hinsehen einen etwas ungepflegten Eindruck machten. Das könnte aber wohl eher daran gelegen haben, dass der Übergang von der Frühlings- zur Sommerbepflanzung noch nicht vollendet war. Ungeachtet dessen ist unser Ausflug wieder gut angekommen, so dass wohl die einen oder anderen die Landesgartenschau noch einmal im privaten Rahmen besuchen werden.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Rosemarie Fritzen, Thomas Langohr, Renate Müller, Irmgard Monderkamp,
Roswitha Nieschulze, Christa Schneider, Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Fahrt zum Gasometer Oberhausen am 22. April 2026 mit Besuch der Ausstellung „Mythos Wald“

 

Inzwischen gehört es bei uns zu einer schönen Tradition, die Ausstellungen im Gasometer in Oberhausen zu besuchen. So machten wir uns am 22. April bei herrlichem Frühlingswetter mit 22 Netzwerkern auf den Weg zu der derzeit stattfindenden Ausstellung „Mythos Wald“. Erfreulicherweise hielt sich der Besucherandrang an diesem Tag in Grenzen, so dass wir Innerhalb von wenigen Minuten unser Gruppenticket erhielten und ohne Verzögerung in die Ausstellung gelangen konnten.

 

Die Ausstellung zeigt, dass der Wald mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen ist. Sie zeigt vielmehr die Vielfalt der verschiedenen Waldgebiete, die heute etwa noch ein Drittel der Landmasse unseres Planeten bedecken. Da gibt es unter anderem den Deutschen Wald mit seinen Eichen, Buchen, Fichten und Kiefern, der oft in Märchen und Sagen vorkommt. In Rumänien befindet sich in den Karpaten der letzte europäische Urwald. Rund um den Äquator liegen die tropischen Regenwälder, und in Kalifornien wachsen die höchsten Bäume der Welt.

 

Ferner widmet sich die Ausstellung auch der umfangreichen, in den Wäldern vorkommenden Tierwelt. Direkt hinter dem Eingang konnten wir das Originalskelett des vor rund 7.000 Jahren ausgestorbenen Riesenhirschs bewundern, einer Leihgabe des Bonner Museums Koenig. Und auf zahlreichen Fotos sind nicht nur die uns bekannten Tiere zu sehen, sondern eindrucksvoll mit starker Vergrößerung auch vorkommende Kleinstorganismen wie etwa 0,2 mm große Lebewesen.

 

In der audiovisuellen Installation „Global Sunrise“ ist es den Besuchern möglich, bei eindrucksvollen Illuminationen Tierlaute aus fünf den Kontinenten bei Sonnenaufgang wahrzunehmen.

 

Höhepunkt der Ausstellung ist die Skulptur „Der Baum“. Diese Innenraum-Lichtkunstinstallation ermöglicht einen Blick aus dem optisch gestalteten Wurzelwerk in die im oberen Luftraum des Gasometers befindliche Baumkrone. Damit soll nach der Vorstellung der Künstler die Dynamik des Wachstums in ein sinnlich erfahrbares Geschehen übersetzt werden, bei dem sich das Licht verdichtet, wandert und pulsiert.

 

Es wird jedoch auch auf verschiedene, durch den Menschen verursachte, Probleme hingewiesen. So werden aus Profitgier große Flächen der Regenwälder vernichtet, um auf neu gewonnener Nutzfläche Anpflanzungen zur Gewinnung von billigem Palmöl vornehmen zu können. Dabei werden für das Klima schädliche Auswirkungen billigend in Kauf genommen. Auch die Hege der Tierwelt wird sicherlich noch die eine oder andere Frage aufwerfen. So wird sicherlich die derzeit in Mitteleuropa zunehmende Population der Wölfe, die hier keine natürlichen Feinde kennen, noch für Diskussionen sorgen.

 

In den wenigen Stunden konnte man selbstverständlich keinen vollständigen Überblick über die gesamte Ausstellung gewinnen. Sie bot allerdings für jeden von uns sicherlich viele interessante und neue Einblicke in eine Welt, für deren Schutz noch ein erheblicher Aufwand erforderlich sein wird.

 

Ein anschließender Besuch auf der Gastronomiemeile der Neuen Mitte rundete unseren wieder einmal sehr interessanten Ausflug ab.

 

Manfred Winkler

Bilder: Irmgard Monderkamp, Christa Schneider, Manfred Winkler

Fahrt nach Xanten am 10. März 2026

 

Am 10. März 2026 unternahmen wir mit 20 Netzwerkern eine Halbtagsfahrt an den Niederrhein nach Xanten. Dort wollten wir im Dom die derzeit ausgestellte Skulptur eines Buckelwals besichtigen, der im Jahr 2018 an der Küste von Südafrika gestrandet war. Damals nahm ein Team um den israelischen Künstler Gil Shachar einen Abdruck des toten Tieres, aus dem dann in monatelanger Arbeit eine 14 Meter lange, 9 Meter breite und 600 kg schwere Skulptur entstand. Sie reist im Moment durch Deutschland und wird derzeit für einige Wochen in Xanten gezeigt. Wie wir erfuhren, will Gil Shachar mit seinem Werk an die Verletzlichkeit der Schöpfung erinnern. Und nach den Worten des für Xanten zuständigen katholischen Weihbischofs soll das Werk ferner dazu anregen, Fragen der Klimagerechtigkeit stärker in den Blick zu nehmen.


 

Auf dem Rücken des Tieres waren auch Narben zu erkennen, die durch Bissverletzungen von Haien entstanden waren. An Seitentischen waren dazu Blätter ausgelegt, auf denen die Besucher ihre Gedanken zu den Narben zum Ausdruck bringen konnten. Dabei wurden nicht nur die durch äußere Verletzungen entstandenen Narben genannt, sondern auch solche infolge von Ignoranz, Mobbing und sonstigem menschlichen Fehlverhalten.


 

Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung lud das schon vorfrühlingshafte Wetter zu einer Einkehr in ein Café und einem anschließenden, immer wieder lohnenden, Bummel durch die Stadt ein.


 

Allerdings verlief die Rückfahrt anders als ursprünglich vorgesehen. Durch den Fund eines Blindgängers musste der Duisburger Hauptbahnhof kurzfristig gesperrt werden, so dass unser Zug bereits in Moers endete. Damit wurde ein Umweg erforderlich, der unseren Ausflug letztlich um etwa 90 Minuten verlängerte, was allerdings der guten Stimmung keinen Abbruch tat.

 

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Manfred Winkler

 

Besuch des WDR Landesstudios Duisburg im Februar 2026

 

Das Ziel unseres ersten Ausflugs im Jahr 2026 war das Landesstudio des WDR in Duisburg. Die dort angebotenen Führungen, die etwa 90 Minuten dauern, sind sehr gefragt. Sie finden nur einmal täglich statt, und die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Da sich allerdings mehr als 40 Netzwerker für diesen Besuch interessiert hatten, mussten wir 3 Führungsgruppen einrichten, die dann am 3., am 4. und am 11. Februar an den Führungen teilnehmen konnten.
 

Das Landesstudio in Duisburg ist eines der 11 regionalen Landesstudios des Westdeutschen Rundfunks in Nordrhein-Westfalen und berichtet unter dem Titel „Lokalzeit“ über Ereignisse in Duisburg sowie in den Kreisen Wesel und Kleve. Dabei wird diese Sendung sowohl im WDR-Fernsehen ausgestrahlt als auch im Hörfunk des WDR 2. Die anderen 10 Landesstudios des WDR informieren ebenfalls in ihrer Lokalzeit über Ereignisse aus der jeweiligen Region.

 

Zunächst erhielten wir mit einem kurzen Film eine allgemeine Einführung über das Studio. Im Cutterraum bekamen wir danach einen Einblick, wie die eingehenden Beiträge der Reporter bearbeitet werden, so dass sie in den Zeitrahmen der halbstündigen Sendung um 19.30 Uhr passen. Im Anschluss daran wurden wir sehr ausführlich und gut verständlich in der Bild- und Tonregie über die Arbeitsabläufe informiert. Dort werden unter anderem die einzelnen Beiträge für die Lokalzeit-Sendungen zusammengestellt, deren Ablauf gesteuert und auch die Kameras im danebenliegenden Fernsehstudio bedient. Durch das gute Wetter bedingt konnte der Gruppe am 4. Februar auch die Kamera auf dem Dach des Studios vorgeführt werden, und die Teilnehmer erhielten auf dem Monitor einen schönen Blick über die Duisburger Innenstadt und den Innenhafen. Die Erklärungen kamen so lebendig herüber, dass wir erstaunt feststellten, wie schnell die Zeit verging.

 

Abschließend wurde uns dann das Fernsehstudio gezeigt, aus dem die Lokalzeit gesendet wird. Die beiden Kameras, die über die Bildregie im Nebenraum bedient werden, sind mit einem Teleprompter ausgestattet, auf dem der Text des jeweiligen Beitrags abgelesen werden oder der auch durch einzelne vorgegebene Stichpunkte als Hilfsmittel für die Moderation genutzt werden kann. Die für den Zuschauer sichtbaren Hintergrundbilder und die Beleuchtung des Studios werden ebenfalls durch die Bildregie im Nebenraum gesteuert. Eine dritte Kamera im Studio kann gegebenenfalls manuell bedient werden. Dann wurden wir auch auf einen „Trick“ hingewiesen, wie bei Interviews eventuelle zu deutliche Größenunterschiede zwischen dem Gast und der Moderatorin bzw. dem Moderator ausgeglichen werden können. Dazu dienen einfache Schemel hinter dem Moderatorenpult, die für den Zuschauer nicht sichtbar sind. Danach hatten wir im Studio auch noch die Gelegenheit zu einem Treffen mit den bekannten Moderatoren der an dem jeweiligen Tag auf Sendung gehenden Lokalzeit, nämlich mit Ines Rothmeier und Marc Schulte. In einem lockeren Gespräch gaben sie uns interessante Einblicke in ihre Tätigkeit und beantworteten auch gerne Fragen von unserer Seite.

 

Wahrscheinlich werden etliche von uns künftig die Lokalzeit aus Duisburg aus dem Blickwinkel betrachten, der uns bei der sehr interessanten und abwechslungsreichen Führung vermittelt wurde.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Ursula Drobnitza, Rosie Fritzen, Irmgard Monderkamp, Christa Schneider, Doris Winkler, Georg Beier

 

 

Fahrt zum Weihnachtsmarkt in Bremen am 15. Dezember 2025

 

Das Ziel unserer letzten Fahrt des Jahres 2025 war der Weihnachtsmarkt in Bremen, den wir bereits im Jahr 2022 besucht hatten. Diese Fahrt hatte damals viel Anklang gefunden, und deshalb wurde der Wunsch nach einer Wiederholung geäußert. Und so machten wir uns dann mit 23 Teilnehmern am 15. Dezember auf den Weg und erreichten Bremen nach 2 ½-stündiger Fahrt. Wenn man von den Verspätungen bei der Hin- sowie bei der Rückfahrt absieht, kamen wir mit dem Angebot der Deutschen Bahn für Gruppen doch zu einem sehr günstigen Preis nach Bremen und auch wieder zurück nach Duisburg.

 

Das Wetter war ab diesem Tag sonnig und kalt, also für einen Weihnachtsmarkt das geeignete Glühweinwetter. Der Weihnachtsmarkt, für den das historische Rathaus und der Dom eine sehr schöne Kulisse bildeten, war für einen Werktag bereits in den Mittagstunden sehr gut besucht. Natürlich besichtigten wir auch den Dom, besuchten das Rathaus und den Roland, und dabei durften selbstverständlich die Bremer Stadtmusikanten nicht fehlen, ebenso wenig wie das Schnoorviertel und die Schlachte.

 

Dazu möchten wir die Bilder von der Innenstadt, der Schlachte und dem Schnoorviertel mit ihren Eindrücken wirken lassen. Auf der Rückfahrt konnte dann wieder festgestellt werden, dass alle Mitfahrer von dieser Fahrt wohl sehr angetan waren.

 

Für das kommende Jahr wünschen wir uns, dass wir uns gesund und wohlbehalten wiedersehen und erneut unterwegs sein dürfen.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Roswitha Nieschulze, Christa Schneider, Doris und Manfred Winkler

Fahrt zum Weihnachtsmarkt in Aachen am 25. November 2025

 

Für die beginnende Adventszeit hatten wir einen erneuten Besuch des Weihnachtsmarktes in Aachen beschlossen, zu dem wir uns dann am 25. November 2025 auf den Weg machten.

 

Zunächst stiegen schon die meisten Teilnehmer am Bahnhof Aachen West aus, um von dort zum Werksverkauf der Fa. Lindt & Sprüngli zu gelangen. Obwohl etliche der dort angebotenen Schokoladenartikel auch vom lokalen Einzelhandel zum gleichen Preis angeboten werden, übertraf das Angebot des Outlets doch bei weitem die Erwartungen. Und wie man anschließend feststellen konnte, hatten die meisten von uns nicht widerstehen können und sich mit den verschiedensten Leckereien eingedeckt. Danach erreichten wir nach kurzer Bahnfahrt unser eigentliches Ziel, die Aachener Innenstadt. Bei dem anschließenden Bummel durch die Stadt wurde natürlich auch wieder dem Dom ein Besuch abgestattet. Beeindruckend sind hier das Oktogon Karls des Großen, das als ehemalige Pfalzkapelle der erste nachantike Kuppelbau nördlich der Alpen ist, sowie der goldene Karlsschrein, der die sterblichen Überreste Karls des Großen birgt. Zu nennen ist auch der Marienschrein, der die vier „großen Aachener Heiligtümer“ enthält. Diese Reliquien werden der Überlieferung nach als das Kleid Mariens, als die Windeln Jesu, als das Enthauptungstuch Johannes des Täufers und als das Lendentuch Christi verehrt. Alle sieben Jahre werden sie bei der „Aachener Heiligtumsfahrt“ dem Schrein entnommen und den Gläubigen gezeigt.

 

Dann waren es nur noch wenige Schritte bis zum Weihnachtsmarkt, der sich zwischen dem Dom und dem historischen Rathaus sowie auf dem großen Platz hinter dem Rathaus befindet. Dort durften neben den üblichen Angeboten wie dem Glühwein natürlich auch die bekannten Aachener Printen nicht fehlen. Als wir an einem Stand eingeladen wurden zu probieren, konnten wir einfach nicht widerstehen. Und so wurde die eine oder andere Tüte mit köstlichen, mit Bitterschokolade überzogenen, Printen als Andenken an den Aachener Weihnachtsmarkt mit nach Duisburg genommen.

 

Zwar hätten wir uns an diesem nasskalten Tag besseres Wetter gewünscht. Aber dafür ließ der leichte Nieselregen, der uns den ganzen Tag begleitete, die Lichter des Weihnachtsmarktes sehr gut zur Geltung kommen. Und auf der Rückfahrt waren wir uns übereinstimmend einig, dass wir wieder einen schönen abwechslungsreichen Tag hatten.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Lilo Selle, Ulla Niermann, Roswitha Nieschulze

Besuch des Basars der Kunsthandwerker auf Schloss Burg am 4.11.2025

 

Traditionell findet regelmäßig Anfang November auf Schloss Burg im Bergischen Land ein Basar der Kunsthandwerker statt, der zahlreiche Interessierte aus der näheren und weiteren Umgebung anzieht. Leider konnte diese schöne Tradition während der Corona-Pandemie nicht weitergeführt werden. Infolgedessen fiel auch der für Herbst 2020 von uns geplante Besuch dieser Veranstaltung der Pandemie zum Opfer.

 

Inzwischen findet der Kunsthandwerkerbasar wieder statt, und so beschlossen wir, die damals abgesagte Fahrt jetzt nachzuholen. Und so machten wir uns am 4. November mit 32 Netzwerkern auf den Weg nach Schloss Burg. Auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, so dass man durchaus von einem goldenen Herbsttag sprechen konnte. Und als wir an Schloss Burg eintrafen, stellten wir fest, dass selbst an einem Werktag zahlreiche Besucher den Weg hierher gefunden hatten.

 

An den zahlreichen Ständen wurden hauptsächlich handgefertigte Unikate angeboten – vom Schmuck über Kleidung und Dekorationen bis hin zu handgefertigten Keramiken, aber auch mit heimischen Leckereien war für das leibliche Wohl gesorgt. Dabei wurde ersichtlich, dass für die Fertigung der Gegenstände hauptsächlich Naturmaterialien wie Holz, Wolle, Seide, Leder, Stein oder Metall verwendet worden waren. So waren beispielsweise Tische aus heimischen Hölzern, Lampen aus alten Eichenästen, Textilien aus Walkwolle sowie Schmuck aus Silber, Gold, aus altem Besteck oder aus Stein entstanden.

 

Auch im Inneren des Schlosses gab es noch verschiedene Stände. Dabei ergab sich zusätzlich die Gelegenheit, einige Räume zu besichtigen sowie von den Wehrgängen und vom Schlossturm herab einen Blick auf die in der Sonne liegende Umgebung zu werfen. Dieser Rundgang war durchaus lohnenswert, Allerdings dürften die zahlreichen engen Stufen, die dabei zu bewältigen waren, bei einigen in den nächsten Tagen wohl für Muskelkater gesorgt haben.

 

Dieser Ausflug in das Bergische Land war bei allen wieder gut angekommen, und selbst eine erhebliche Zugverspätung auf der Rückfahrt, die durch eine Türstörung verursacht worden war, konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Rosemarie Fritzen Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Christa Schneider, Gerda Reif,
Manfred Winkler

Besuch des Wasserwerks in Wittlaer am 22. Oktober 2025

 

Am 22.Oktober 2025 nahmen wir mit einer kleineren Gruppe an einer Führung durch das Wasserwerk in Wittlaer teil, die von den Stadtwerken Duisburg anlässlich des 150-jährigen Bestehens der öffentlichen Wasserversorgung veranstaltet wurden.

 

Zunächst erhielten wir einen Einblick in die Geschichte der öffentlichen Wasserversorgung in Duisburg. Bis ins 19. Jahrhundert versorgten sich die Menschen über private und gemeinschaftliche Brunnen mit Wasser. Mit zunehmender Industrialisierung und Bevölkerungsdichte verschlechterte sich die Wasserqualität erheblich. Und da es keine Kanalisation gab, verschmutzten die Abwässer aus den Haushalten und Betrieben das Grundwasser. Infolgedessen brach 1866 die Cholera aus, und 1870/71 folgte eine Pockenepidemie. Besonders betroffen waren ärmere und dicht besiedelte Stadtteile. Deshalb fasste die Duisburger Stadtverwaltung 1873 den Entschluss, eine zentrale Wasserversorgung im städtischen Eigenbetrieb aufzubauen. Im Jahr 1875 begannen die Arbeiten zur Errichtung des ersten Wasserwerks an der Aakerfähre und der zugehörigen Infrastruktur in den Ruhrauen. Zusätzlich übernahm auch in den Gemeinden nördlich der Ruhr die ansässige Großindustrie die Wasserversorgung. So wurde das Unternehmen August Thyssen zum größten Wasserversorger im westlichen Ruhrgebiet. Infolge des zunehmenden Wachstums der Bevölkerung um 1900 in Hamborn und in Duisburg reichten die bestehenden Wasserwerke bald nicht mehr aus. Deshalb errichtete Thyssen ein neues Wasserwerk in Beeckerwerth, das ab 1913 die Versorgung für Walsum und Hamborn übernahm. In Duisburg entschied sich die Stadt für Bockum als Standort für ein neues Wasserwerk, das 1913 die komplette Versorgung übernahm. Andere Gemeinden wie das damals noch nicht zu Duisburg gehörende Huckingen, Angermund und Wittlaer schlossen sich an. Das alte Wasserwerk an der Aakerfähre wurde 1961 stillgelegt. Aufgrund des weiter steigenden Wasserbedarfs wurde dann später das Wasserwerk in Wittlaer errichtet.

 

Nach dieser Einführung machten wir uns auf den Weg zu den Tiefbrunnen, die in den Rheinauen zwischen Wittlaer und Kaiserswerth liegen. Wie wir erfuhren, sammelt sich in diesen Brunnen sowohl landseitiges Grundwasser als auch Uferfiltrat aus dem Rhein. Bei dem landseitigen Grundwasser handelt es sich hauptsächlich um im Erdboden eingesickertes Regenwasser aus dem Bergischen Land. Dieses Wasser benötigt etwa 20 Jahre, um bis in die Tiefbrunnen zu gelangen und ist durch die verschiedenen Erdschichten, die es durchfließen muss, bereits gut gefiltert. Dagegen braucht das Uferfiltrat aus dem nebenan vorbeifließenden Rhein nur etwa 3 Monate. Dieses Rohwasser wird in das Wasserwerk Wittlaer gepumpt und dort zunächst mit Ozon versetzt. Dabei töten die mit elektrischer Energie aufgespaltenen und neu zusammengesetzten Sauerstoffmoleküle die im Wasser enthaltenen Keime zuverlässig ab. Anders als das früher eingesetzte Chlor hinterlässt das Ozon keinen störenden Geschmack oder Geruch. Es hat weiterhin den Vorteil, dass es hinterher wieder zerfällt und zu Sauerstoff wird.

 

Anschließend wird das Wasser in die Filterhallen geleitet, wo es zunächst eine Kiesschicht durchläuft, in der durch das Ozon entstandene Eisen- und Manganverbindungen aufgefangen werden. Danach wird das Wasser durch eine zwei Meter hohe Aktivkohleschicht geleitet, die organische Verbindungen aufhält. Sollte durch besondere Umstände wie z. B, Hochwasser die Ozonanlage ausfallen, kann jedoch immer noch Chlor für die Reinigung eingesetzt werden. Darüber hinaus wird das Wasser noch mit kleinsten Mengen Phosphat angereichert, das im natürlichen Wasser nicht vorkommt und der Korrosion im Leitungssystem vorbeugt.

 

Bevor das Wasser dann als Trinkwasser die Wasserwerke verlässt, wird es nochmals chemisch und mikrobiologisch untersucht.

 

In dieser sehr interessanten Führung wurde uns deutlich gemacht, dass Wasser zwar immer wieder aufbereitet, jedoch nicht neu produziert, werden kann. Deshalb ist es sehr wichtig, sorgsam mit diesem Lebensmittel umzugehen.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Manfred Winkler, © Stadtwerke Duisburg (mit freundlicher Genehmigung)

 

Duisburger Hafenrundfahrt „Vergessene Häfen“ am 5. Oktober2025

 

Bei unserer Hafenrundfahrt im Juni unter dem Titel „Vergessene Häfen“ wurde der Wunsch geäußert, auch die zweite Fahrt, die unter dieser Bezeichnung angeboten wird und die südwärts in Richtung Huckingen geht, zu unternehmen.

 

Bei den „Vergessenen Häfen“ handelt es sich um Privathäfen von Industrieunternehmen, die nur mit besonderer Genehmigung von der M/S „Rheinfels“ angefahren werden und die nicht im Fahrplan der „Weißen Flotte“ stehen, also darin „vergessen“ wurden. Und da diese Fahrten nur einmal im Monat und nur sonntags stattfinden, waren wir auch hier flexibel und haben entgegen dem Namen unserer Gruppe unseren Ausflug wieder auf einen Sonntag verlegt.

 

Unsere Gruppe, die dieses Mal 30 Netzwerker umfasste, ging am Steiger Schifferbörse in Ruhrort an Bord. Nachdem die „Rheinfels“ um 14.30 Uhr abgelegt und den Pegel Ruhrort passiert hatte, unterquerten wir zunächst die Friedrich-Ebert-Brücke, die Ruhrort mit Homberg verbindet. Danach kamen wir an der Stelle vorbei, wo die Ruhr in den Rhein mündet. Dort erhebt sich eine 25 Meter hohe und 7 Meter breite Skulptur, die den Namen „Rheinorange“ trägt. Mit der leuchtend orangefarbenen Skulptur soll eine rotglühende Bramme dargestellt werden, die für die Stahlproduktion in Duisburg steht. Vorbei an Homberg ging es dann weiter in Richtung Süden.

 

Als nächstes fuhren wir in den Hafen der ehemaligen Krupp-Hüttenwerke in Rheinhausen ein. Das Hüttenwerk wurde in den 1980er Jahren stillgelegt. An die vergeblichen Proteste der Belegschaft gegen die Stilllegung erinnert heute noch die Straßenbrücke, die die Stadtteile Hochfeld und Rheinhausen über den Rhein miteinander verbindet und die seitdem den Namen „Brücke der Solidarität“ trägt. Unweit der Brücke der Solidarität verbindet auch eine Eisenbahnbrücke die beiden Stadtteile.

 

Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerks ein Logistikzentrum der Duisport-Gruppe. Oberhalb der Kaimauern waren etliche Container zu sehen. Wir erfuhren, dass in diesem Hafen die 11.000 Kilometer lange Bahnstrecke von Congqing in China bis Duisburg endet, die zu dem ehrgeizigen Projekt der „Neuen Seidenstraße“ gehört, mit dem China seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa ausbauen will. In Duisburg treffen dabei etwa 60 Containerzüge pro Woche aus Congqing ein. Die Züge benötigen für diese Strecke 6 Tage, während der Transport auf dem Seeweg 3 – 4 Wochen dauert.

 

Weiterhin passierten wir die Stadtteile Wanheimerort und Wanheim, die ebenfalls von der Industrie geprägt worden waren. Inzwischen sind auch dort durch den Strukturwandel etliche Industrieanlagen stillgelegt bzw. einer anderen Verwendung zugeführt worden. So befindet sich heute auf dem Gelände der ehemaligen Berzelius Metallhütte in Wanheim ein weiterer Logistikstandort der Duisport-Gruppe.

 

Danach erreichten wir mit dem Werkshafen der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann den südlichsten Punkt unserer Fahrt. Hier bestimmen die beiden Hochöfen des Hüttenwerks sowie die Schubleichter, mit denen das Eisenerz für die Hochöfen von den Seehäfen transportiert wird, das Bild. Dabei wurden wir darauf aufmerksam gemacht, wie das Eisenerz mittels großer Greifer entladen wird und wie auch einer der Hochöfen gerade durch einen Schrägaufzug beschickt wurde.

 

Anschließend fuhren wir wieder rheinabwärts und neben der Eisenbahnbrücke in Hochfeld in den heute kaum noch genutzten Kultushafen. Dieser Hafen wird teilweise verfüllt, wird an den heute bereits vorhandenen Rheinpark angeschlossen und ist als ein Ausstellungsort anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung 2027 vorgesehen.

 

Ein weiterer Anlaufpunkt auf unserer Fahrt war der Duisburger Innenhafen, der heute nicht mehr von der Binnenschifffahrt genutzt wird. Im hinteren Teil ist vor einigen Jahren eine Marina für die Freizeit- und Sportschifffahrt entstanden. Bei der Umgestaltung sind einige der ehemaligen Speicher erhalten geblieben, und zusammen mit moderner Architektur ist so ein multifunktionales Stadtquartier mit Restaurants, Cafés, Bürokomplexen und Wohnanlagen entstanden. Auch kulturelle Einrichtungen wie das Museum Küppersmühle, die Kultur- und Stadthistorische Ausstellung im Stadtarchiv sowie Veranstaltungen und Märkte sind heute wesentliche Bestandteile des Innenhafens.

 

Bei der Einfahrt in den Innenhafen wurden wir noch auf das Sperrtor in Höhe der Brücke am Marientor aufmerksam gemacht. Dieses Sperrtor ist ein Sperrwerk zwischen dem Außen- und dem Innenhafen, das die tief gelegene Duisburger Innenstadt vor dem Rheinhochwasser schützt. Das Sperrwerk wird heute noch genutzt und bei einem Pegelstand von 8,50 Metern am Ruhrorter Pegel geschlossen.

 

Danach ging es wieder zurück zur Schifferbörse, wo unsere Fahrt endete. Dabei stellten wir übereinstimmend fest, dass die Fahrt mit der „Rheinfels“ wieder eine sehr gute Wahl war. Die launigen Erklärungen des Schiffsführers wurden nie langweilig, und dabei wurde man gleichzeitig gut informiert und gut unterhalten. Auch wenn das Wetter dieses Mal nicht so gut war, wurden wir aber mit einem schönen Regenbogen aus Ruhrort verabschiedet.

 

Manfred Winkler

 

 

Bilder: Rosie Fritzen, Irmgard Monderkamp, Doris Winkler

Fahrt nach Leer in Ostfriesland am 9. September 2025

 

Für den Spätsommer hatten wir einen Besuch der Stadt Leer in Ostfriesland geplant, den wir dann am 9. September verwirklichten. Trotz des Starkregens, der an diesem Tag seit Stunden unaufhörlich herunterprasselte, stiegen 50 gutgelaunte Teilnehmer in unseren Bus und hofften darauf, dass die Meteorologen Recht behielten, die für Leer besseres Wetter vorausgesagt hatten. Das Regenwetter begleitete uns jedoch weiterhin, und die Landschaft im Münsterland und im Emsland zeigte sich grau in grau. Als wir jedoch die Landesgrenze zu Niedersachsen passiert hatten, wurde es am Horizont zunehmend heller, und je weiter wir nach Norden kamen, desto schwächer wurde der Regen und hörte dann ganz auf.

 

Nach etwa 3 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Das Wetter blieb erfreulicherweise trocken, und so hatten wir die Gelegenheit, uns vor dem Mittagessen schon ein wenig in der Stadt umzusehen. Die Tourist-Information von Leer hatte uns vorab sehr gutes Informationsmaterial zukommen lassen, so dass wir uns im Voraus schon einmal Gedanken darüber machen konnten, wie man sich den Tag in Leer gestalten könnte.

 

Die Stadtführung, für die sich etliche Teilnehmer entschieden hatten, begann vor dem historischen Rathaus. Zunächst erfuhren wir einige Fakten aus der Stadtgeschichte. Obwohl Leer erst 1823 zur Stadt erhoben wurde, kann man seine Entwicklung bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Zusammen mit dem Marktrecht erhielt Leer im Jahr 1508 auch das Wiegerecht, das sich wenige Jahre später die reformierte Kirche als gute Einnahmequelle sicherte. Das Wiegerecht blieb bis 1865 in kirchlichem Besitz, bis es dann auf Druck der Leeraner Kaufleute durch das Königshaus Hannover an die Stadt übertragen wurde.

 

1525 wurde in Leer die Reformation durch einen reformierten Prediger aus Münster eingeführt. Wie unser Stadtführer unter anderem erläuterte, feiert in diesem Jahr die evangelisch-reformierte Gemeinde in der Stadt dieses Ereignis unter der Bezeichnung „500 Jahre Reformiert in Leer“. Die Entwicklung setzte sich auch weiterhin durch die Zuwanderung von Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden fort, so dass sich die reformierte Lehre letztlich als die Vorherrschende durchsetzen konnte. Das hatte auch zur Folge, dass in Ostfriesland zeitweise 3 Sprachen nebeneinander existierten, und zwar die hochdeutsche, die niederdeutsche sowie die niederländische. Und so wurde in den reformierten Kirchen Ostfriesland auch lange noch neben deutsch auf niederländisch gepredigt.

 

Die Dominanz der reformierten Kirche in Leer brachte es weiterhin mit sich, dass die Lutheraner und auch die wenigen Katholiken zwar eine eigene Kirche bauen durften, die aber keinen Turm und kein eigenes Geläut haben durften. Dieses Recht sicherten sich die Reformierten, die von den Lutheranern eine Gebühr für jedes Läuten der Glocken erhoben. Dieses führte zu jahrelangen Streitigkeiten, die erst im 18. Jahrhundert durch den preußischen König beendet wurden, der den Lutheranern ihren eigenen Kirchturm mit eigenen Glocken genehmigte.

 

Unser Weg führte uns die Hafenpromenade entlang, vorbei an dem historischen Dampfschiff „“Prinz Heinrich“ zum Ernst-Reuter-Platz. Ernst Reuter war als Bürgermeister von Berlin in der Nachkriegszeit durch seine berühmte Rede („Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“) bekannt geworden. Reuter verbrachte einen Teil seiner Schulzeit in Leer, wo sein Vater an der Navigationsschule unterrichtete. Unter anderem erfuhren wir auch, dass es in den 1980er Jahren infolge der Schließung des damals sehr bekannten Schreibmaschinenwerks Olympia und einer Werften-Insolvenz zu einem wirtschaftlichen Niedergang kam, der mit einer hohen Arbeitslosenzahl verbunden war. Durch die Gründung neuer Reedereien konnte jedoch eine Besserung erreicht werden.

 

Bei dem weiteren Weg durch die sehr gut gepflegte Altstadt wurden wir auf ein Produkt aufmerksam, für das Ostfriesland bekannt ist, nämlich auf den Tee. Es gibt dort etliche Teestuben, in denen der Tee nach „ostfriesischer Zeremonie“ serviert wird. Auch das Stammhaus des Teehandelsunternehmen Bünting ist nicht zu übersehen.

 

Die gut erhaltenen Giebelhäuser in der Altstadt erinnern an manche Straßenzüge in Holland. Unser Stadtführer erklärte dazu, dass etliche dieser Häuser von Mennoniten-Familien errichtet wurden. Die Mennoniten, Angehörige einer aus der Täufer-Bewegung entstandenen protestantischen Freikirche, wurden in Holland wegen ihres Glaubens verfolgt und fanden in Leer Zuflucht. Dort erhielten sie Schutzbriefe von den ostfriesischen Grafen. Sie trugen insbesondere in der Leinenmanufaktur zur wirtschaftlichen Entwicklung bei, wo sie einen großen Teil der Handelsaktivitäten dominierten und so zu Reichtum kamen.

 

Dann ist Leer nicht zuletzt durch die Krimiserie „Friesland“ des ZDF bekannt geworden. Die Außenaufnahmen dazu werden in der Stadt gedreht, was wir selbst bei unserem Stadtrundgang auf der Hafenpromenade von weitem sehen konnten. Dabei kamen wir auch an den einzelnen Drehorten in der Stadt vorbei. So wird die Stadtbibliothek in den Filmen äußerlich zur Polizeiwache umgestaltet. Ein Imbiss mit dem Namen „Frittenzeit“ wird von außen in die Apotheke von Insa Scherzinger, deren eigentliches Hobby die Pathologie ist, umgewandelt. Und in der Kirchstraße sieht man das Haus, in dem der Zuschauer das Geschäft des Bestatters Wolfgang Habedank erkennt. Die Besucher werden allerdings augenzwinkernd darauf aufmerksam gemacht, dass in Wirklichkeit dort keine Cannabispflanzen im Keller zu finden sind, zumal sämtliche Innenaufnahmen in einem Fernsehstudio in Köln gedreht werden.

 

Unsere Führung endete mit einem Besuch des sehenswerten historischen Rathauses mit seinen sehr schönen Wand- und Deckengemälden und seinem Festsaal. An dieser Stelle möchten wir uns bei den beiden Stadtführern bedanken, die es verstanden haben, uns ihre Stadt sehr lebendig, kurzweilig und unterhaltsam, gleichzeitig auch informativ, nahe zu bringen und so die Führung zu einem Erlebnis werden zu lassen.

 

Neben der Stadtführung hatten sich einige von uns für eine Hafenrundfahrt mit dem Grachtenboot „Koralle“ entschieden, die ihnen ebenfalls gut gefallen hatte. Andere wiederum erkundeten die Stadt auf eigene Faust und waren offensichtlich auch sehr zufrieden.

 

Bevor wir uns auf den Rückweg nach Duisburg machten, ließen wir schon beinahe traditionell unseren Ausflug in gemütlicher Runde bei einer Tasse Kaffee, oder wie in Ostfriesland üblich, bei einer Kanne Tee und Kuchen ausklingen.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Rosemarie Fritzen, Irmgard Monderkamp, Roswitha Nieschulze, Christa Schneider,
           Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Fahrt nach Königswinter und zum Drachenfels am 26. August 2025

 

Nach unserem ersten Besuch in Königswinter und auf dem Drachenfels im Jahr 2016 wurde in unserer Gruppe der Wunsch geäußert, noch einmal dorthin zu fahren. Und so machten wir uns dann am 26. August 2025 bei herrlichem Sommerwetter mit 24 Netzwerkern auf den Weg. Weil die direkte Bahnstrecke von Köln-Deutz nach Königswinter derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist und wir uns den Schienenersatzverkehr ersparen wollten, nutzten wir den Regionalexpress bis Bonn und fuhren von dort aus mit der Stadtbahn weiter bis Königswinter. Auch wenn sich die Fahrzeit nach dem Fahrplan geringfügig verlängerte, war dieser vermeintliche Umweg doch die bequemere Alternative. Dass wir durch die an diesem Tag häufigen Zugverspätungen unser Ziel etwas später als vorgesehen erreichten, tat der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch.

 

Von der Stadtbahnhaltestelle in Königswinter waren es noch einige Minuten Fußweg bis zur Talstation der Zahnradbahn auf den Drachenfels. Offensichtlich hatte das schöne Wetter an diesem Tag etliche Ausflügler angelockt, wie man an den zahlreichen Besuchern feststellen konnte. Nach einer kurzen  Wartezeit konnten wir dann in die Zahnradbahn steigen. Unterwegs konnten wir einen ersten Eindruck vom Siebengebirge mit einem Blick auf das Hotel Petersberg, dem ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung, gewinnen. Oben angekommen, bot sich ein sehr schöner Ausblick auf Rhöndorf und weiter auf die Rheininseln Nonnenwerth und Grafenwerth, sowie auf der anderen Seite auf Königswinter und auf Bonn. Wer sich anschließend auf den Weg bis zur Burgruine auf dem Gipfel machte, wurde dort ebenfalls mit phantastischen Ausblicken auf die Umgebung belohnt.

 

Nach einer Rast in dem Restaurant neben der Bergstation war es den Teilnehmern freigestellt, sich den Tag nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. So war es unter anderem möglich, das nahegelegene Bad Honnef mit der Stadtbahn zu erreichen oder im benachbarten Rhöndorf das unterhalb des Wohnhauses von Konrad Adenauer liegende Museum mit Exponaten aus dem Leben des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Auch die kleine Stadt Königswinter mit ihren Cafés lud zum Verweilen ein, womit wieder ein durchweg gelungener Tag abgerundet werden konnte.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Irmgard Monderkamp, Ulla Niermann, Christa Schneider, Manfred Winkler

Fahrt nach Schloss Lüntenbeck in Wuppertal am 22. Juli 2025

 

Wenn der Name Wuppertal genannt wird, denkt man zunächst wohl an die Schwebebahn, die die ehemaligen selbständigen Städte und heutigen Stadtbezirke Vohwinkel, Elberfeld und Barmen verbindet. Aber ein Schloss in Wuppertal? Das war uns bisher nicht bekannt. Aber dann wurde uns das Schloss Lüntenbeck als ein lohnendes Ausflugsziel vorgeschlagen. Und so machten wir uns am 22. Juli 2025 mit 18 Netzwerkern auf den Weg dorthin.

 

Mit dem Wetter, das sich zunächst nicht gerade sommerlich zeigte, konnte man dennoch zufrieden sein, und die vorsorglich mitgebrachten Regenschirme konnten in den Taschen bleiben. Auch die Fahrt zu diesem uns bisher unbekannten Ziel verlief ohne jegliche Probleme. Die viel kritisierte Bahn brachte uns pünktlich nach Wuppertal-Sonnborn, von wo aus es mit einer von den Stadtwerken Wuppertal gestellten Taxiverbindung zum Schloss Lüntenbeck weiterging, die ebenfalls im Tarif des öffentlichen Nahverkehrs enthalten war.

 

Das Schloss Lüntenbeck liegt im Westen von Wuppertal und ist eine ehemalige Wasserburg. Mit seiner weitgehend unverändert erhaltenen Anlage zählt es zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Es befindet sich in Privatbesitz und wird in den verschiedenen Gebäuden von mehreren Dienstleistern sowie einem Kunstatelier genutzt. Ebenfalls bietet das Standesamt Wuppertal Trauungen im Saal des Haupthauses an. Damit ist eine Besichtigung der Innenräume zwar nicht möglich, allerdings sind die Schlossanlage sowie die Umgebung sehr sehenswert, wovon wir uns bei unserem Rundgang überzeugen konnten. Auch das im Haupthaus untergebrachte Restaurant, in dem wir unser Mittagessen einnahmen, haben wir als durchaus empfehlenswert empfunden.

 

Am Nachmittag brachte uns der Taxitransfer wieder zurück nach Sonnborn, von wo aus wir mit dem Wuppertaler Wahrzeichen, der Schwebebahn, nach Elberfeld weiterfuhren. Dort waren die zahlreichen Geschäfte in der Innenstadt sowie das Von-der-Heyd-Museum von Interesse, während andere die verbleibende Zeit für einen Cafébesuch nutzten. Auf der Rückfahrt war übereinstimmend zu vernehmen, dass der Ausflug zu diesem weitgehend unbekannten Schloss durchweg als gelungen bezeichnet werden konnte.

 

Manfred Winkler

Hafenrundfahrt „Vergessene Häfen“ am 22. Juni 2025

 

Bei unserem Ausflug am 22. Juni 2025 blieben wir in unserer Stadt und unternahmen mit der M/S „Rheinfels“ eine seit längerem geplante Hafenrundfahrt in Richtung Walsum unter dem Titel „Vergessene Häfen“. Hier werden Bereiche des Duisburger Hafens angefahren, die normalerweise nicht zugänglich sind oder auf den herkömmlichen Hafenrundfahrten nicht berücksichtigt werden.

 

Bei den „Vergessenen Häfen“ handelt es sich um Privathäfen von Industrieunternehmen, die nur mit besonderer Genehmigung von der kleineren M/S „Rheinfels“ angefahren werden. Diese Rundfahrten finden einmal im Monat statt und gehen abwechselnd in Richtung Huckingen und in Richtung Walsum. Und da diese besonderen Fahrten nur sonntags stattfinden, waren wir flexibel und haben entgegen dem Namen unserer Gruppe unseren Ausflug auf einen Sonntag verlegt.

 

Unsere Gruppe, die dieses Mal 28 Netzwerker umfasste, ging am Steiger Schifferbörse in Ruhrort an Bord. Nachdem die „Rheinfels“ um 14.30 Uhr abgelegt und den Pegel Ruhrort passiert hatte, unterquerten wir rheinabwärts zunächst die Friedrich-Ebert-Brücke, die Ruhrort mit Homberg verbindet. Hier erfuhren wir, dass die heutige Brücke nach dem zweiten Weltkrieg in den Jahren 1951 bis 1954 errichtet worden war. Die Vorgängerbrücke aus dem Jahr 1907 war im März 1945 von deutschen Truppen auf ihrem Rückzug gesprengt worden. Zuvor gab es lediglich eine Trajekt-Verbindung, da der preußische Staat bis dahin aus militärischen Gründen die Genehmigung für eine Brücke verweigert hatte. Von der gesprengten Brücke waren einige Metallteile übrig geblieben, die auf der Homberger Seite zu einem Denkmal zusammengefügt worden sind.

 

Mit launigen Worten bekamen wir von unserem Schiffsführer ein wenig Schiffskunde vermittelt. So wird die Fahrt rheinabwärts als „Talfahrt“ bezeichnet wird, während die Fahrten rheinaufwärts „zu Berg“ gehen. Dann erläuterte er uns auch die Zeichen am Ufer, die den jeweiligen Stromkilometer angeben. Weiterhin erfuhren wir, dass in dem Begriff „Größter Binnenhafen der Welt“ in Duisburg sowohl die öffentlich-rechtlichen Häfen als auch die Privathäfen zusammengefasst sind.

 

Unsere Fahrt ging an den Industrieanlagen von ThyssenKrupp mit seinen markanten Hochöfen und Kraftwerken vorbei. In den Werkshäfen konnten wir verfolgen, wie mit riesigen Krananlagen Erze und Steinkohle aus den Schubleichtern gelöscht und zur Weiterverarbeitung in die Bunkeranlagen verbracht werden. Leider können wir davon keine Bilder beifügen, da das Fotografieren in den Privathäfen nicht gestattet ist.

 

In Höhe der Fähre, die Walsum mit Orsoy verbindet, wendete die „Rheinfels“ und fuhr wieder rheinaufwärts in Richtung Ruhrort. Kurz bevor wir um 18.00 Uhr wieder den Steiger an der Schifferbörse erreichten, konnten wir auf der Mercatorinsel die von dem Bildhauer Markus Lüpertz geschaffene 5 Meter hohe Büste des griechischen Meeresgottes Poseidon erkennen. Bei näherem Hinsehen konnte man die Erklärung des Schiffsführers gut nachvollziehen, dass sowohl die Büste des Poseidon als auch die Statue des Heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Schiffer, in Höhe der Mühlenweide bis zum heutigen Tag polarisieren.

 

Die Fahrt mit der „Rheinfels“ war eine sehr gute Wahl. Die launigen Erklärungen des Schiffsführers wurden nie langweilig, so dass man beim Verlassen des Schiffs den Eindruck gewonnen hatte, gleichzeitig gut informiert und gut unterhalten worden zu sein. Eine Fahrt in Richtung Huckingen haben wir bereits auf dem Plan.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Rosie Fritzen, Irmgard Monderkamp, Edeltraud Walder, Manfred Winkler

Fahrt nach Münster am 4. Juni 2025

 

Unsere Fahrt nach Münster hatten wir eigentlich schon für Ende Mai vorgesehen. Allerdings machte uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Meteorologen sagten für diesen Tag insbesondere für das Münsterland anhaltende Regenschauer, Gewitter und Sturmböen voraus, so dass wir uns kurzfristig für eine Absage der Fahrt entscheiden mussten, die wir dann aber eine Woche später am 4. Juni nachholen konnten.

 

Auch wenn es an diesem Tag keinen strahlenden Sonnenschein gab, konnten wir dennoch mit dem Wetter durchaus zufrieden sein. Und die oftmals kritisierte Deutsche Bahn brachte uns mit nur wenigen Minuten Verspätung problemlos an unser Ziel. Das erste, was uns nach dem Verlassen des Hauptbahnhofs wie wahrscheinlich den meisten Besuchern von Münster auffiel, war die Vielzahl an Fahrrädern, die manches Mal sogar den PKW-Verkehr übertrafen.

 

Unser Weg führte uns zunächst vom Hauptbahnhof über den Prinzipalmarkt zum Wochenmarkt auf dem Domplatz. Der jeden Mittwoch und Samstag stattfindende Wochenmarkt ist einer der größten in Nordrhein-Westfalen und zieht mit seinem Flair und seinem üppigen Angebot regelmäßig sehr viele Besucher an. Auch wir waren von den Angeboten sehr angetan, was sich nach dem Rundgang über den Markt an etlichen kleineren Einkäufen zeigte. Einige von uns besuchten auch noch den Dom mit seiner astronomischen Uhr, deren Glockenspiel um 12.00 Uhr erklang und deren ewiger Kalender bis zum Jahr 2071 reicht.

 

Auf dem Weg zum Markt kamen wir an einer eigentümlichen Sehenswürdigkeit von Münster vorbei, auf die wir bereits bei unserem letzten Besuch in Münster aufmerksam gemacht worden waren. An einer Hauswand am Domplatz ist ein recht unscheinbares kleines Schild mit einem Datum und einer bestimmten Uhrzeit angebracht, dieses Mal mit einem Datum im Jahr 2028. Dabei handelt es sich um ein Kunstobjekt, mit dem darauf aufmerksam gemacht werden soll, dass in der heutigen Zeit infolge der sozialen Netzwerke die persönlichen Kontakte zwischen den Menschen und damit auch das persönliche Gespräch sehr zurückgegangen sind. Dagegen treffen sich die Menschen zu dem auf dem Schild angegebenen Zeitpunkt vor jener Hauswand und warten auf das, was passieren wird. In der Regel passiert lediglich, dass ein Mitarbeiter der Stadt erscheint, das Schild entfernt und ein neues Schild mit einem 3 Jahre späteren Datum anbringt. Die Zuschauer dieses Ereignisses sind auf jeden Fall wie beabsichtigt miteinander ins Gespräch gekommen, und dieses Schild dürfte inzwischen das fünfte seiner Art sein.

 

Nach dem Mittagessen in dem in Münster bekannten Gasthof „Großer Kiepenkerl“, in dem wir trotz des Markttages mit unserer Gruppe problemlos unterkommen konnten, machten wir uns auf den Weg zum Aasee. Der Aasee ist von der Innenstadt in etwa 15 Minuten Fußweg gut zu erreichen. Dort angekommen, hatten wir sofort die Gelegenheit zu einer einstündigen Schiffsrundfahrt  und konnten dabei das beliebte Naherholungsgebiet kennenlernen. Ein Cafébesuch, der sich an die Schifffahrt anschloss, bildete den Abschluss unseres Ausflugs. Auf der Heimfahrt waren wir uns durchweg einig, dass Münster immer wieder einen Besuch wert ist.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Roswitha Nieschulze, Ulla Niermann, Thomas Langohr, Manfre

Besuch der Ausstellung „Jaques Tilly. Freigeist“ im Stadtmuseum Düsseldorf am 2. April 2025

 

Am 2. April 2025 fuhren wir mit 16 Netzwerkern nach Düsseldorf. Unser Ziel war dieses Mal die Ausstellung „Jaques Tilly. Freigeist“ im dortigen Stadtmuseum. Diese Ausstellung, die noch bis August dieses Jahres andauert, bietet einen umfassenden Einblick in das Werk des Künstlers und Satirikers, der unter anderem mit seinen Karnevalswagen weit über Düsseldorf hinaus bekannt geworden ist.

 

Seine Leidenschaft dafür hatte Jaques Tilly bereits vor und während seines Studiums entdeckt. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst  als freier Designer und Illustrator für verschiedene Werbeagenturen, bevor er sich ab 1998 ausschließlich dem Bau von Karnevalswagen widmete.

 

Neben einigen Original-Figuren, die Bestandteil der von ihm geschaffenen Karnevalswagen waren, zeigt die Ausstellung auch etliche Fotos seiner Mottowagen. Dabei wird hauptsächlich Bezug auf die aktuellen politischen Ereignisse genommen, so zum Beispiel auf das Scheitern der Ampelregierung und die von der neuen Bundesregierung zu bewältigenden Probleme, aber auch auf den Krieg in der Ukraine oder die Unwägbarkeiten, die durch die neue Administration der USA zurzeit entstanden sind. Die Missbrauchsvorfälle in der Kirche, ihre schleppende Aufarbeitung oder auch die Versuche, diese zu vertuschen,  werden ebenfalls thematisiert.  Aber auch lokale Ereignisse werden aufgezeigt, so wie die Schließung des Kaufhauses von Galeria Kaufhof am Werhahn oder die finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe des nächsten Kirchentages in Düsseldorf durch die Stadt trotz knapper Kassen. Wie Jaques Tilly es ausdrückt, soll die Aussage der Darstellungen auf den Karnevalswagen von allen Betrachtern, unabhängig von ihrem geistigen Horizont, sofort verstanden werden.

 

Allerdings bestehen die Werke von Jaques Tilly nicht nur aus Karnevalswagen. Heute ist er wohl für die meisten Wagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug verantwortlich, und nicht nur für die politischen Mottowagen. Jenseits des Karnevals entwirft und fertigt er mit seinem Kollektiv von Künstlerinnen und Künstlern Großplastiken aller Art für die unterschiedlichsten Gelegenheiten, darüber hinaus auch humoristische Städteporträts, die ebenfalls Gegenstand der Ausstellung sind.

Nach dem Besuch der Ausstellung spazierten wir über die nahe Rheinpromenade, und das herrliche Frühlingswetter lud zum Verweilen auf der Terrasse eines Cafés mit Blick auf den Strom ein. Und bevor es dann zurück nach Hause ging, durfte ein Düsseldorfer Original nicht fehlen: Ein Altbier in einer Hausbrauerei in der Düsseldorfer Altstadt.

 

Manfred Winkler

 

Bilder: Roswitha Nieschulze, Edeltraud Walder, Thomas Langohr, Manfred Winkler

Fahrt zur Dr. Oetker Welt in Bielefeld am 3. März 2025

 

Für das Winterhalbjahr hatten wir beschlossen, noch einmal die Dr. Oetker Welt in Bielefeld zu besuchen, eine Fahrt, die wir schon einmal im Februar 2018 unternommen hatten. Die Besichtigungen der Dr. Oetker Welt sind sehr gefragt, und so war auch unser eigentlich geplanter Besuchstermin bereits ausgebucht. Für unseren passenden Zeitrahmen konnte uns lediglich noch der 3. März angeboten werden. Trotz des Rosenmontags, der auf diesen Tag fiel, entschlossen wir uns dennoch mit 17 Netzwerkern, diesen Termin anzunehmen und nach Bielefeld zu fahren. Hinterher stellte sich sogar die Terminverschiebung als ein Glücksfall für uns heraus, da an dem eigentlich vorgesehenen Besuchstag der öffentliche Nahverkehr in Bielefeld zum Warnstreik aufgerufen worden war und wir ein Problem damit gehabt hätten, vom Bielefelder Hauptbahnhof zur Dr. Oetker Welt zu kommen.

 

Da uns die Bahn fast pünktlich nach Bielefeld brachte und unsere Führung erst  90 Minuten später beginnen sollte, ergab sich so die Möglichkeit, sich bei strahlendem Sonnenschein ein wenig in der Bielefelder Innenstadt umzusehen. Dafür, dass Bielefeld mitunter spöttisch als „Die Stadt, die es nicht gibt“ bezeichnet wird, war die Fußgängerzone in der Innenstadt durchaus sehenswert.

 

Danach ging es zur Dr. Oetker Welt weiter, die wir nach wenigen Minuten mit der Stadtbahn erreichten und wo dann gegen 13.30 Uhr unsere Führung begann. Zunächst wurde uns ein wenig Firmengeschichte vermittelt. Dabei erfuhren wir, dass das Backpulver eigentlich schon im 19. Jahrhundert bekannt war, dass jedoch die Erwartungen nicht immer erfüllt wurden. Dem Bielefelder Apotheker Dr. August Oetker war es dann gelungen, ein Backpulver herzustellen, mit dem endlich durchweg zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden konnten. Dazu hatte er den genialen Einfall, eine Backmischung auf den Markt zu bringen, die genau die Zutaten für einen einpfündigen Kuchen enthielten. Als das Unternehmen expandierte, entstand auch das heute noch aktuelle Firmenlogo, der so genannte „Hellkopf“. Dabei handelt es sich um das Profil der Tochter eines mit dem Firmengründer befreundeten Bielefelder Grafikers.

 

Weiterhin erfuhren wir, dass sich die Tätigkeit des Unternehmens nicht allein auf die Herstellung der allgemein bekannten Nahrungsmittel bezieht, sondern dass unter anderem auch eine Brauerei, die Reederei Hamburg Süd sowie auch Hotelbetriebe zum Oetker-Konzern gehören.

 

Heute zählt Dr. Oetker zu den führenden Nahrungsmittelunternehmen in Europa. Die vielfältigen Marken und Produkte sind in vielen Ländern weltweit zu finden und auf die kulturellen und landesspezifischen Geschmäcker zugeschnitten.

 

Anschließend vermittelten verschiedene Filmbeiträge Einblicke in die im Unternehmen übliche Qualitätskontrolle bei der Lebensmittelherstellung. Ein wenig Nostalgie weckten auch bei einigen von uns verschiedene Werbefilme des Unternehmens aus den 50er und 60er Jahren. An historischen Verpackungsmaschinen vorbei ging es weiter in einen Raum, in dem an mehreren Tischen werbewirksam dargestellt wurde, dass die Produkte des Hauses bei jeder der täglichen Mahlzeiten, aber auch zu besonderen Anlässen, eigentlich nicht fehlen sollten.

 

Da nach den Worten unserer Führerin „so viel Besichtigung hungrig macht“, konnte dann die „frisch gerührte Leckerei aus dem Puddingwunder“ gekostet werden. Bei dem so genannten Puddingwunder handelt  es sich um einen Automaten in Form eines Puddings, bei dem die Besucher selbst tätig werden müssen, um an den Inhalt zu gelangen. Wer eine Tasse mit einem Löffel erhalten hatte, stellte diese Tasse unter eine Art Zapfhahn. Nachdem der Löffel in eine Vorrichtung eingerastet war, wurden die Zutaten in die Tasse gefüllt und mit dem Löffel verrührt. Nach etwa 30 Sekunden, deren Ablauf man auf einem Display verfolgen konnte, hatte man dann seinen fertigen Pudding. Wer das allerdings nicht wollte, konnte auch stattdessen verschiedene Müsli-Sorten kosten.

 

Anschließend wurden uns einige der Schätze aus dem Firmenarchiv gezeigt. Dort war unter anderem ein sogenannter Kolonialwarenladen im Stile der frühen 50er Jahre aufgebaut, der bei uns Erinnerungen an diese Zeit weckte, ebenso wie die dort gezeigten Kraftfahrzeuge. Dabei fiel uns ein VW-Käfer in einer Farbe auf, die einem Vanillepudding ähnelte. Wie unsere Führerin erklärte, waren zu jener Zeit die Vertreter des Unternehmens mit diesen auffälligen Fahrzeugen auf Kundenbesuch unterwegs.

 

Unser Rundgang endete mit einer ausgiebigen Verkostung verschiedener Produkte des Unternehmens wie Kuchen, Pizza oder auch Götterspeise. Dabei wurden wir auch auf den im Eingangsbereich befindlichen Dr. Oetker Shop hingewiesen, wo man die Produkte des Unternehmens erwerben konnte. Nachdem jeder als Andenken eine Tüte mit einer Gugelhupf-Backmischung und weiteren kleineren Produkten erhalten hatte, machten wir uns nach einem Tag voll interessanter Eindrücke wieder auf den Weg nach Hause.

 

 

Manfred Winkler

 

 

 

Bilder: Irmgard Monderkamp,  Heidi Haby, Ulla Niermann, Manfred Winkler

 

Berichte und Fotos aus den Vorjahren können beim Manfred Winkler angefragt werden.

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